Das Briefing zum Start: Sieben Dinge aus dem August 2026, die Schweizer Entscheider wissen müssen
KI-Agenten bei 4 Prozent der Firmen, 80 Prozent KI-Nutzer in der Bevölkerung, Familienunternehmen auf 67 Prozent, Medartis mit 17 Prozent Wachstum, Bühler mit neuem CEO – das Briefing zum Launch.

Sieben Dinge, die Schweizer Entscheider aus dem August 2026 mitnehmen sollten. Das Morgen-Briefing erscheint künftig an jedem Werktag um 6 Uhr per E-Mail – hier abonnieren.

1. Nur 4 Prozent der Schweizer Firmen haben KI-Agenten im Einsatz
57 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen KI, mehr als der EU-Durchschnitt von 54 Prozent. Aber nur 24 Prozent kennen Agentic AI, 12 Prozent pilotieren, 4 Prozent haben Agenten produktiv – und 60 Prozent der Nutzer bleiben auf Chatbot-Niveau. Das zeigt eine Studie von Strand Partners im Auftrag von AWS vom 28. August. Warum es zählt: Der Abstand zwischen «nutzen» und «umsetzen» ist der Markt, um den es 2027 geht. Unsere Analyse.
2. 80 Prozent der Bevölkerung nutzen KI – doppelt so viele wie 2024
Der Digimonitor 2026 von IGEM und WEMF (25. August) zählt 80 Prozent KI-Nutzer in der Schweiz, nach 60 Prozent im Vorjahr und 40 Prozent 2024. 61 Prozent nutzen KI beruflich oder in der Ausbildung; ChatGPT liegt mit 67 Prozent vorn, Gemini bei 32, Copilot bei 30 Prozent. Warum es zählt: Ihre Kunden fragen längst die Maschine. Die Frage ist, was sie über Sie sagt.
3. Der Anteil der Familienunternehmen fällt auf 67 Prozent
Laut UBS-Nachfolgeexperten Pascal Zumbühl und Marco Oliverio (Interview vom 25. August) sind nur noch 67 Prozent der Schweizer KMU Familienunternehmen, 2013 waren es 81 Prozent. Nur 28 Prozent der Inhaber wollen externe Berater beiziehen; ein vollständiger Verkaufsprozess dauert vom Entscheid bis zum Abschluss acht bis zehn Jahre. Warum es zählt: Wer mit 60 beginnt, ist zu spät. Nachfolge-Radar.
4. Medartis beschleunigt auf 17 Prozent Wachstum
Der Basler Implantathersteller meldete am 18. August für das erste Halbjahr 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 17,0 Prozent und eine Kern-EBITDA-Marge von 18,0 Prozent, nach 15,7 Prozent Wachstum im Gesamtjahr 2025 bei 266 Millionen Franken Kernumsatz. Warum es zählt: Die Schweizer Medtech wächst weiter doppelt so schnell wie das Land – und mit ihr die Zulieferer im Jurabogen. Wer sie sind.
5. Gartner: Zehn KI-Agenten pro Verkäufer bis 2028 – aber kaum Produktivität
Gartner erwartet, dass bis 2028 auf jeden Verkäufer zehn KI-Agenten kommen. Weniger als 40 Prozent der Verkäufer werden laut derselben Prognose (28. Juli) einen Produktivitätsgewinn melden; 60 Prozent der Verkaufsleiter sagen, ihre Zahlen hingen überwiegend von Faktoren ausserhalb ihrer Kontrolle ab. Warum es zählt: Wer zuerst Daten, Prozesse und Kundenkontakt in Ordnung bringt, hat laut Gartner fünfmal höhere Chancen auf einen ROI.
6. Bühler mit neuem CEO, 7,8 Prozent weniger Umsatz
Der Uzwiler Anlagenbauer setzte 2025 2,8 Milliarden Franken um, 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr, bei einem EBIT von 220,3 Millionen. Seit 1. Januar 2026 führt Samuel Schär das Familienunternehmen in fünfter Generation. Warum es zählt: Bühler ist ein Frühindikator für die globale Nahrungsmittelindustrie – und einer der Gründe, warum die Schweizer Ernährung anders funktioniert, als man denkt. Die Machtkarte.
7. Solarmodule zwischen den Schienen liefern nach einem Jahr 19 Megawattstunden
Die Pilotanlage von Sun-Ways in Buttes NE hat mit 48 Modulen und 18 Kilowatt ihr erstes Betriebsjahr hinter sich: über 19 Megawattstunden Strom, über 11’000 Züge, keine Ausfälle. Vereinbarungen bestehen mit der SNCF und dem italienischen Bahnbetreiber, der Marktstart ist für 2028 geplant. Warum es zählt: Die Schweiz hat über 5’000 Kilometer Bahnstrecke. Die Herausforderer.
Quellen
- Swiss IT Magazine, 57 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen KI (28. August 2026)
- Netzwoche, Digimonitor 2026 (25. August 2026)
- UBS, Interview zur Nachfolgestudie (25. August 2026)
- Medartis via EQS (18. August 2026)
- Gartner, Pressemitteilung (28. Juli 2026)
- Moneycab, Bühler büsst 2025 an Umsatz ein
- The Register, Sun-Ways nach einem Jahr (Juli 2026)
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