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Wissen · 4 min ·

Online-Casino in der Schweiz: Was legal ist, was gesperrt ist und was mit Gewinnen passiert

Welche Online-Casinos in der Schweiz erlaubt sind, ob Spielen bei Offshore-Anbietern strafbar ist, wann Gewinne steuerfrei sind und was für Werbung gilt.

Nachtblaue Fläche: ein Casino-Jeton als halb offene Tür, aus der Licht fällt. Daneben: Zehn legal. Der Rest gesperrt.

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Kurz gesagt: Online-Casinos sind in der Schweiz nur legal, wenn eine konzessionierte Schweizer Spielbank sie betreibt. Im Oktober 2026 sind das zehn Angebote. Alle anderen, auch Krypto-Casinos wie Stake, stehen auf der Sperrliste der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), Ende August 2026 waren es 3567 Domains. Wer trotzdem bei einem ausländischen Anbieter spielt, macht sich nicht strafbar. Er hat aber keinen Spielerschutz und muss Gewinne voll versteuern. Gewinne bei Schweizer Online-Casinos sind bei der direkten Bundessteuer bis 1 071 000 Franken steuerfrei. Werbung für nicht bewilligte Angebote kann mit bis zu 500 000 Franken gebüsst werden.

Krypto-Casinos wachsen weltweit rasant, die Schweiz hält mit Netzsperren dagegen. Die ganze Geschichte steht in unserem Beitrag zum Zaun um den Schweizer Glücksspielmarkt. Hier die wichtigsten Antworten.

Sind Online-Casinos in der Schweiz legal?

Ja, aber nur von Schweizer Spielbanken. Das Geldspielgesetz erlaubt Online-Casinospiele seit 2019 nur Spielbanken mit Konzession, deren Konzession der Bundesrat um das Online-Spiel erweitert hat (Art. 5 und 9). Von den 21 Spielbanken haben zehn eine solche Erweiterung, schreibt die ESBK. Die ESBK führt die Liste der bewilligten Angebote auf ihrer Website.

Ist es strafbar, bei einem ausländischen Online-Casino zu spielen?

Nein. Strafbar ist, wer Spielbankenspiele ohne Konzession durchführt, organisiert oder zur Verfügung stellt (Art. 130 BGS). Spielende machen sich laut ESBK nicht strafbar. Sie spielen aber «auf eigene Gefahr»: Es gibt keinen Spielerschutz, keine Garantie, dass Gewinne ausbezahlt werden, und in einem Strafverfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden.

Muss man Casino-Gewinne in der Schweiz versteuern?

Wo gewonnen Direkte Bundessteuer
Schweizer Spielbank vor Ort steuerfrei (Art. 24 lit. i DBG)
Schweizer Online-Casino steuerfrei bis 1 071 000 Franken pro Gewinn (Art. 24 lit. ibis DBG)
Ausländisches, nicht bewilligtes Online-Casino voll steuerpflichtig

Die Steuerbefreiung im Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer gilt nur für Spiele, «die nach dem BGS zugelassen sind». Der Betrag von 1 071 000 Franken gilt seit 2026. Die Kantone haben eigene Regeln, der Kanton Bern etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Online-Casinos laut seinem Steuerhandbuch ebenfalls.

Wie funktioniert die Sperrliste?

Die ESBK für Casinospiele und die interkantonale Behörde Gespa für Lotterien und Sportwetten führen je eine Liste nicht bewilligter Angebote. Die Internetanbieter müssen diese Seiten sperren (Art. 86 BGS). Die Sperrliste der ESBK wuchs von 39 Domains 2019 auf 3567 im August 2026, zeigt eine Grafik der ESBK.

Grafik: Von 21 Schweizer Spielbanken dürfen 10 auch online Casinospiele anbieten
Quelle: ESBK. Grafik: Leitgrad

Die Sperre lässt sich mit einem VPN oder einem anderen DNS-Server umgehen. Der Bundesrat räumt ein, dass eine «hundertprozentige Wirksamkeit nicht gewährleistet werden kann».

Wie erkenne ich ein legales Online-Casino?

  • Der Betreiber ist eine der konzessionierten Schweizer Spielbanken.
  • Das Angebot steht auf der Liste der bewilligten Online-Spielbanken der ESBK.
  • Für die Registrierung braucht es einen Identitätsnachweis, Auszahlungen gehen nur auf ein Konto auf den eigenen Namen (Art. 50 Geldspielverordnung).
  • Krypto-Einzahlungen ohne Identitätsprüfung sind ein klares Warnsignal.

Was gilt für Werbung und Links?

Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Wer vorsätzlich dagegen verstösst, wird mit Busse bis zu 500 000 Franken bestraft (Art. 131). Das betrifft auch Websitebetreiber und Agenturen, die bezahlte Links oder Artikel für Offshore-Casinos veröffentlichen, warnt die Kanzlei Steiger Legal.

Warum auch Prognosemärkte am Schweizer Geldspielgesetz scheitern, steht in diesem Beitrag. Wie die USA bei der Krypto-Regulierung festhängen, lesen Sie hier.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen in der Schweiz haben ein Spielproblem?

Laut einer Studie im Auftrag von ESBK und Gespa mit Daten von 2022 spielen 4,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren risikoreich oder pathologisch, rund 296 900 Personen.

Wie kann ich mich in der Schweiz sperren lassen?

Bei einer Schweizer Spielbank oder einem bewilligten Online-Anbieter (Art. 80 Abs. 5 BGS). Die Sperre gilt für alle Spielbankenspiele und die online durchgeführten Grossspiele (Art. 80 Abs. 4). 2024 wurden laut Sucht Schweiz 18 216 Personen gesperrt.

Ist Bitcoin bei Schweizer Casinos erlaubt?

Das Gesetz nennt Kryptowährungen nicht. Gewinne dürfen aber nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Spielers überwiesen werden, und Spielbanken unterstehen dem Geldwäschereigesetz (Art. 67 BGS).

Wohin fliesst das Geld der Schweizer Casinos?

Ein grosser Teil in die AHV und IV. 2025 waren es 353 Millionen Franken Spielbankenabgabe, meldet das Justizdepartement.

Quellen

  1. Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), SR 935.51; Geldspielverordnung (VGS), SR 935.511 BGS · VGS
  2. Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), Art. 24; Kanton Bern, Steuerhandbuch fedlex.admin.ch · be.ch
  3. ESBK, Schweizer Casinolandschaft, 2. Oktober 2026; Fragen und Antworten; Entwicklung der Zugangssperren esbk.admin.ch · FAQ · Grafik
  4. EJPD, 19. Juni 2026; Bundesrat, Antwort auf Frage 26.7013, 9. März 2026 ejpd.admin.ch · parlament.ch
  5. ISGF, Glücksspielverhalten in der Schweiz 2022; Sucht Schweiz, Geld- und Glücksspiel; Steiger Legal, 3. Januar 2025 esbk.admin.ch · suchtschweiz.ch · steigerlegal.ch

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