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In dieser Folge
- ca. 0:34 Briefing Die Migros wird eine. Irminger geht, wenn die Mitglieder abstimmen.
- ca. 1:16 Briefing 80,7 Milliarden Verlust, fast alles auf dem Papier. Was Anthropics Börsenprospekt über KI in Firmen verrät.
- ca. 2:08 Briefing Am Freitag wird das China-Abkommen unterzeichnet. Was 99,8 Prozent zollfrei für Exporteure heisst.
- ca. 3:10 Briefing Die GAV-Löhne steigen 2026 um 0,5 Prozent. Warum das Plus kaum im Portemonnaie ankommt.
- ca. 4:10 Karriere Schweizer vertrauen der Pflegerin. Ihre Kinder wollen ins Büro.
- ca. 4:55 Challenger 7 Millionen Kapital, 21 Millionen Umsatz: Avea wächst aus eigener Kraft
- ca. 5:38 Karriere Programmierer sind Handwerker. Das ist ihre beste Antwort auf die KI
- ca. 6:23 Nachfolge-Radar Bis zu zwölf Jahre für die Familie. Wann fangen Sie an?
Heute auf Leitgrad
- 06:30 Ihre Firma ist so viel wert, wie sie ohne Sie läuft
- 07:00 Head of irgendwas: Was ein grosser Jobtitel wirklich wert ist
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Guten Morgen, hier ist Merag. Das ist das Leitgrad-Briefing. Heute ist Dienstag, der 27. Oktober. Das sind die Themen. Die Migros will die Struktur aufgeben, die Gottlieb Duttweiler einst bewusst dezentral angelegt hat. Aus elf Genossenschaften soll eine werden, und an der Spitze treten zwei Chefs ab. Dazu Anthropics Börsenprospekt, das China-Abkommen am Freitag, die Lohnrunde 2026 und die Frage, wem die Schweiz vertraut und was die Jungen werden wollen.
Die Migros macht es offiziell. Die zehn Regionalgenossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Gruppengenossenschaft verschmelzen, die Verwaltungen haben einstimmig zugestimmt. Darunter arbeiten sieben Geschäftseinheiten weiter, von Denner bis zur Migros Bank. Migros-Chef Mario Irminger und Supermarkt-Chef Peter Diethelm geben ihre Ämter Mitte zweitausendsiebenundzwanzig ab, wenn die rund zwei Komma drei Millionen Mitglieder abstimmen. Eine Stellenzahl nennt die Migros nicht. Bis mindestens Mitte zweitausendachtundzwanzig soll es in den Regionalgenossenschaften keine organisatorisch bedingten Kündigungen geben.
Elf Genossenschaften werden eine, das ist Schweizer Massstab. In Kalifornien schreibt eine Firma 80,7 Milliarden Dollar Verlust in sechs Monaten und geht damit an die Börse. Klingt verrückt, ist aber vor allem Buchhaltung. Anthropic, die Firma hinter dem KI-Assistenten Claude, geht an die Börse. Der Prospekt zeigt im ersten Halbjahr sechzehn Komma drei Milliarden Dollar Umsatz und achtzig Komma sieben Milliarden Verlust. Zweiundsiebzig Milliarden davon sind Buchverluste aus der Neubewertung von Wandelanleihen, operativ lag der Verlust bei knapp siebenhundert Millionen. Für Schweizer KMU wichtiger: Über neunzehnhundert Firmen zahlen Anthropic inzwischen je mehr als eine Million Dollar im Jahr. KI ist im Firmenalltag angekommen, und mit ihr die Frage, wie abhängig man von wenigen Anbietern sein will.
Von der Wall Street nach China: Am Freitag fällt für Schweizer Exporteure eine Zollmauer. Fast jedenfalls. Am Freitag wird das Freihandelsabkommen mit China unterzeichnet. Bundespräsident Guy Parmelin trifft in China Präsident Xi Jinping, direkt danach unterschreiben beide Länder das optimierte Abkommen. Heute gehen gut die Hälfte der Schweizer Exporte zollfrei nach China, genau dreiundfünfzig Komma sechs Prozent. Ab Inkrafttreten sollen es siebenundsiebzig Komma fünf Prozent sein, nach höchstens zehn Jahren neunundneunzig Komma acht Prozent. Die Zölle fallen aber nicht schon am Freitag. Zuerst muss in der Schweiz das Parlament zustimmen, das dauert laut SECO mindestens ein Jahr, und gegen den Beschluss ist ein Referendum möglich. Für KMU heisst das: Jetzt ist Zeit für die Vorbereitung. Prüfen Sie die Zolltarifnummern Ihrer Produkte und den Ursprungsnachweis, denn den Nullzoll gibt es nur damit. Mehr dazu am Freitag in unserem grossen China-Schwerpunkt.
Mehr Lohn gibt es 2026 auch. Ein halbes Prozent, um genau zu sein. Ob davon im Portemonnaie etwas übrig bleibt, ist eine andere Frage. Die Löhne in den grossen Gesamtarbeitsverträgen steigen zweitausendsechsundzwanzig im Schnitt um null Komma fünf Prozent. Das meldet das Bundesamt für Statistik. Es ist das kleinste Plus seit zweitausendeinundzwanzig, im Vorjahr waren es noch eins Komma zwei Prozent. Die Mindestlöhne steigen um null Komma acht Prozent. Weil die Teuerung für dieses Jahr auf null Komma sechs Prozent geschätzt wird, dürften die Reallöhne laut BFS nicht ansteigen. Mehr Lohn also, aber kaum mehr Kaufkraft. Zwischen den Branchen ist die Spanne gross: Verkehr und Lagerei erhöhen um eins Komma zwei Prozent, das Baugewerbe um null Komma zwei Prozent. Für KMU heisst das: In der Lohnrunde zweitausendsiebenundzwanzig zählt der Vergleich mit der eigenen Branche und dem eigenen GAV, nicht der Durchschnitt.
Wem würden Sie Ihr Leben anvertrauen? Die meisten Schweizer sagen: der Feuerwehr und der Pflege. Ihre Kinder suchen trotzdem eine Lehre im Büro. Welchen Berufen vertraut die Schweiz? Ganz oben stehen Feuerwehrleute, Pflegefachpersonen und Ärzte. Ganz unten Politiker, Fussballer und Werbeleute. Schweizer Jugendliche suchen dagegen vor allem eine KV-Lehre: Jede sechste Suchanfrage auf Yousty gilt dem Kaufmann oder der Kauffrau. Influencer als Berufsziel spielen kaum eine Rolle. Die Lücke liegt woanders. In KI-nahen Büroberufen gibt es ein Drittel weniger Einstiegsstellen als vor dem KI-Boom. In der Pflege dagegen kann die Schweiz bis 2034 nur rund die Hälfte der nötigen Diplomierten selbst ausbilden.
Für alle, die glauben, Wachstum gehe nur mit Risikokapital: Aus 7 Millionen hat Avea 21 Millionen Umsatz gemacht. Das Zuger Longevity-Startup Avea hat 2025 mit Nahrungsergänzungsmitteln 21 Millionen Franken umgesetzt, die Hälfte mehr als im Vorjahr. Aufgenommen hat die Firma bisher nur rund sieben Millionen Franken Kapital, sie beschäftigt vierzig Leute und hat über 15 000 aktive Abonnements. Jetzt steigt die Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami als Investorin und Beirätin ein. Vor zwei Jahren hatte Mitgründer Duri Granziol noch von 300 bis 400 Prozent Wachstum im Jahr und bald 100 Millionen Franken Umsatz gesprochen. Es kam langsamer, aber mit wenig Kapital.
Bleiben wir bei der KI. Programmierer fürchten um ihren Job, und die beste Antwort darauf ist erstaunlich altmodisch. In der Schweiz lernt man Programmieren in einer vierjährigen Lehre, ganz wie ein Handwerk. Gut zwölftausend Menschen stecken derzeit in einer ICT-Lehre. Die künstliche Intelligenz übernimmt nun die einfachen Handgriffe: Für Einsteiger gibt es weniger Stellen, für Erfahrene mehr. Senior-Stellen im KI-Bereich nahmen in einem Jahr um zweiundvierzig Prozent zu, und Senior Experts verdienen mehr als im Vorjahr, während der Durchschnitt stagniert. Trotzdem fehlen der Schweiz bis 2033 über fünfzigtausend ICT-Fachkräfte. Wer heute Lernende ausbildet, hat morgen die Erfahrenen.
Zum Schluss eine Zahl, die Patrons nervös machen sollte: bis zu zwölf Jahre. Wann ist es Zeit, an die Firmennachfolge zu denken? Früher, als die meisten glauben, und der Weg bestimmt den Zeitpunkt. Laut der Nachfolgestudie zweitausendsechsundzwanzig von UBS und Universität St. Gallen dauert eine Übergabe in der Familie rund zehn bis zwölf Jahre, an Mitarbeitende fünf bis sieben Jahre, an Aussenstehende ein bis zwei Jahre. Wer mit fünfundsechzig übergeben will, beginnt die Familienlösung also mit gut dreiundfünfzig. Der durchschnittliche Inhaber ist achtundfünfzig. Bis Ende zweitausenddreissig steht in fast hundertachtundsechzigtausend KMU eine Übergabe an.
Die Grafik des Tages. Am Freitag wird das China-Abkommen unterzeichnet. Was 99,8 Prozent zollfrei für Exporteure heisst.
Und das kommt heute. Um halb 7: Ihre Firma ist so viel wert, wie sie ohne Sie läuft. Um 7 Uhr: Head of irgendwas: Was ein grosser Jobtitel wirklich wert ist.
Alle Artikel und Quellen finden Sie auf leitgrad punkt c h. Das war das Leitgrad-Briefing. Einen guten Tag.
Für dieses Briefing setzen wir unter anderem KI ein, auch für meine Stimme. Die Inhalte stammen aus unseren Artikeln, jede Zahl mit Quelle.
Hinweis: Dieses Briefing wird automatisch aus Leitgrad-Artikeln erstellt und mit einer KI-Version der Stimme von Merag Shahzad gesprochen (ElevenLabs).