Challenger · 3 min ·

Ohne Vakuum kein Chip. Inficon verkauft 42 Prozent mehr

Inficon aus Bad Ragaz meldet das beste Quartal seiner Geschichte: 233,3 Millionen Dollar Umsatz, 42,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Treiber ist die Chipindustrie, das Wachstum kommt vor allem aus China.

Illustration auf dunklem Grund: Eine Glasglocke steht über einem goldenen Wafer, rechts eine kleine Pumpe, die die Luft absaugt. Text: Ohne Vakuum kein Chip.

Kurz gesagt: Inficon aus Bad Ragaz hat im dritten Quartal 2026 233,3 Millionen Dollar umgesetzt, 42,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Treiber ist die Chipindustrie: Das Geschäft mit Halbleitern und Vakuumbeschichtung wuchs um 74,7 Prozent und macht jetzt 58 Prozent des Umsatzes aus. Inficon hebt die Prognose für 2026 auf 820 bis 850 Millionen Dollar. Fast ein Drittel des Umsatzes kommt aus China.

Ein Chip entsteht im Vakuum. Jede Schicht wird in einer Kammer aufgetragen, aus der fast alle Luft gepumpt ist, und wer die Kammer überwacht, verdient am Boom mit. Inficon baut Messgeräte, Sensoren und Lecksucher für solche Anlagen. Am Dienstag hat die Firma aus Bad Ragaz das beste Quartal ihrer Geschichte gemeldet.

Was Inficon gemeldet hat

Der Umsatz stieg im dritten Quartal auf 233,3 Millionen Dollar, 42,4 Prozent mehr als im Vorjahr und 17,7 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Der Betriebsgewinn erreichte 59,5 Millionen Dollar, nach 22,9 Millionen vor einem Jahr. Die Marge lag bei 25,5 Prozent, gestützt von einmaligen positiven Effekten, deren Höhe Inficon nicht beziffert. Unter dem Strich blieben 47,4 Millionen Dollar, 1,94 Dollar je Aktie.

Auch der Ausblick wird besser. Für 2026 erwartet Inficon nun 820 bis 850 Millionen Dollar Umsatz, bisher waren es 750 bis 780 Millionen. Die Betriebsmarge soll 21 bis 22 Prozent erreichen statt 19 bis 20. Der Auftragseingang übertraf laut Mitteilung den Rekord aus dem zweiten Quartal.

Balkengrafik auf Anthrazit: Inficon-Umsatz im 3. Quartal 2026 nach Markt. Halbleiter und Vakuumbeschichtung 135,4 Millionen Dollar, plus 74,7 Prozent; allgemeines Vakuum 51 Millionen, plus 13,3 Prozent; Auto, Kälte und Klima 39,8 Millionen, plus 11 Prozent; Sicherheit und Energie 7,2 Millionen, plus 29,4 Prozent.
Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt aus der Chipindustrie. Quelle: Inficon, Mitteilung vom 27.10.2026. Grafik: Leitgrad

Woher das Wachstum kommt

Das Geschäft mit Halbleitern und Vakuumbeschichtung wuchs um 74,7 Prozent auf 135,4 Millionen Dollar. Als wichtigste Treiber nennt Inficon modernste Logikchips, Speicher mit hoher Bandbreite und Infrastruktur für Rechenzentren. Die übrigen Bereiche wuchsen deutlich langsamer, das allgemeine Vakuumgeschäft um 13,3 Prozent, Auto, Kälte und Klima um 11 Prozent.

Auch die Regionen laufen auseinander. China wuchs um 71,7 Prozent und steht jetzt für 31,4 Prozent des Umsatzes, der Rest Asiens um 49,8 Prozent. Europa legte nur um 10,8 Prozent zu.

Balkengrafik auf Papier: Umsatzwachstum von Inficon im 3. Quartal 2026 nach Region. China plus 71,7 Prozent, übriges Asien plus 49,8 Prozent, Amerika plus 34,3 Prozent, Europa plus 10,8 Prozent.
China steht für 31,4 Prozent des Umsatzes und wächst fast siebenmal so schnell wie Europa. Quelle: Inficon, Mitteilung vom 27.10.2026. Grafik: Leitgrad

Inficon ist damit nicht allein. Die VAT Group aus Haag hält bei einem zentralen Bauteil für Chipanlagen laut Leitgrad 71 Prozent Weltmarktanteil, sogar Huawei baut damit. Wie eng das Geschäft am KI-Boom hängt, zeigte sich im September: Nachdem Anthropic-Chef Dario Amodei ein langsameres Tempo bei KI-Modellen gefordert hatte, verloren Comet, VAT und Inficon zwischen 6,6 und 8,9 Prozent.

Zum Mitnehmen

  1. Die Chipindustrie bestellt wieder. Wer als Schweizer Firma Komponenten, Präzisionsteile oder Dienstleistungen an Halbleiterkunden liefert, sollte die eigenen Kapazitäten jetzt prüfen.
  2. Das Wachstum kommt aus Asien. China und der übrige asiatische Raum bringen fast 60 Prozent des Inficon-Umsatzes. Wer dort verkauft, wächst mit und trägt das Klumpenrisiko mit.
  3. Europa ist der langsame Markt. Mit plus 10,8 Prozent wächst Europa am schwächsten. Für Zulieferer heisst das: Die Aufträge der nächsten Monate kommen eher von weit her.

Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Transparenz: Leitgrad setzt in der Redaktion unter anderem Claude von Anthropic ein.

Häufige Fragen

Was macht Inficon?

Inficon mit Sitz in Bad Ragaz entwickelt Messgeräte, Sensoren und Lecksuchgeräte, unter anderem für Vakuumanlagen in der Chipherstellung, für die Auto- und Kälteindustrie sowie für Sicherheit und Energie. Die Aktie ist an der SIX kotiert.

Wie viel Umsatz erwartet Inficon 2026?

Nach dem dritten Quartal erwartet Inficon 820 bis 850 Millionen Dollar Umsatz und eine Betriebsmarge von 21 bis 22 Prozent. Vorher lag die Prognose bei 750 bis 780 Millionen Dollar und 19 bis 20 Prozent.

Warum wächst Inficon so stark?

Vor allem wegen der Chipindustrie. Das Geschäft mit Halbleitern und Vakuumbeschichtung wuchs im dritten Quartal um 74,7 Prozent. Als Treiber nennt Inficon modernste Logikchips, Speicher mit hoher Bandbreite und Rechenzentren.

Quellen

  1. Inficon, «INFICON reports record third quarter 2026 and raises full-year guidance», 27. Oktober 2026 inficon.com
  2. Investing.com, «Starke Halbleiternachfrage: Inficon hebt Prognose für 2026 an», 27. Oktober 2026 investing.com

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