Getigerter Kater. Foto: Alvesgaspar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0Foto: Alvesgaspar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (Lizenz)
Katze mit Futterautomat allein lassen: Was das Tierschutzrecht erlaubt und was eine Katze kostet
Wie lange eine Katze mit Futterautomat allein bleiben darf, was die Tierschutzverordnung verlangt, was eine Katze pro Jahr kostet und ob sich eine Versicherung lohnt.

Getigerter Kater. Foto: Alvesgaspar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0Foto: Alvesgaspar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (Lizenz)
Kurz gesagt: Ein Futterautomat darf in der Schweiz Futter und Wasser liefern, er ersetzt aber nicht den täglichen Kontakt, den die Tierschutzverordnung für einzeln gehaltene Katzen verlangt (Art. 80). Eine Tierärztin der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte hält zwei Tage mit Automat bei einer unbekümmerten Katze für vertretbar, der Schweizer Tierschutz verlangt, dass mindestens zweimal am Tag jemand nach der Katze schaut. Eine Katze kostet laut dem Versicherer Animalia 1000 bis 1500 Franken im Jahr, dazu kommen im Schnitt rund 700 Franken Tierarzt. In der Schweiz leben rund 1,52 Millionen Katzen.
Smarte Futterautomaten mit Kamera und KI werden auch in der Schweiz verkauft. Was hinter dem Geschäft steckt, beschreibt unsere Geschichte zu Petlibro. Hier die wichtigsten Antworten für Halterinnen und Halter.
Wie lange darf man eine Katze in der Schweiz allein lassen?
Das Gesetz nennt keine Stundenzahl, aber eine klare Regel. «Einzeln gehaltene Katzen müssen täglich Umgang mit Menschen oder Sichtkontakt mit Artgenossen haben», steht in Artikel 80 der Tierschutzverordnung. Ausserdem muss die Halterin das Befinden der Tiere «so oft wie nötig» überprüfen (Art. 5).
In einem SRF-Chat sagte die Tierärztin Julie Schwechler (GST), bei einer unbekümmerten Katze gehe es bei etwa zwei Tagen Abwesenheit mit Futter- und Wasserspender «sehr gut». Jana Inäbnit vom Schweizer Tierschutz STS hält es für «zwingend notwendig, dass mindestens zweimal am Tag nach den Katzen geschaut wird».
Ist ein Futterautomat für Katzen erlaubt?
Ja. Die Tierschutzverordnung verlangt, dass Tiere «regelmässig und ausreichend mit geeignetem Futter und mit Wasser» versorgt werden (Art. 4). Ein Automat kann das. Er ersetzt aber weder den täglichen Kontakt noch die Kontrolle, ob es dem Tier gut geht. Bei längerer Abwesenheit raten Fachleute zu einem Katzensitter oder einer Tierpension.
Wie viele Katzen und Hunde gibt es in der Schweiz?
Rund 1,52 Millionen Katzen und 515 000 Hunde, zeigt die Erhebung 2025 des Verbands für Heimtiernahrung. Die Katze ist damit das häufigste Heimtier, auf einen Hund kommen fast drei Katzen. 39 Prozent der Haushalte halten ein Heimtier.

Was kostet eine Katze in der Schweiz pro Jahr?
| Posten | Katze | Hund | Quelle |
|---|---|---|---|
| Jahresbudget ohne Versicherung | 1000 bis 1500 Franken | 1500 bis 3000 Franken | Animalia |
| Futter pro Monat | 30 bis 50 Franken | 50 bis 100 Franken | Animalia |
| Tierarzt pro Tier und Jahr, Durchschnitt | rund 700 Franken | Helvetia | |
| Versicherungsprämie pro Jahr, Durchschnitt | rund 300 Franken | rund 450 Franken | Epona |
Quellen: Budget des Versicherers Animalia, Tierarztkosten laut Helvetia, Prämien laut Epona-Chef Charles Perraudin bei Swissquote. Der teuerste Fall bei Helvetia 2024 kostete 53 499 Franken, für einen Hund mit Herzproblemen.
Lohnt sich eine Tierversicherung?
Das hängt von der Rücklage ab. Nur rund 2,5 Prozent der Katzen und 17 Prozent der Hunde sind in der Schweiz versichert, in Schweden 56 und 91 Prozent. Wer eine Tierarztrechnung von mehreren tausend Franken nicht aus eigener Tasche bezahlen kann, sollte die Prämie von rund 300 Franken pro Jahr für eine Katze mit diesem Risiko vergleichen. Wichtig sind Selbstbehalt, Höchstleistung und Ausschlüsse für bestehende Krankheiten.
Darf eine Haustierkamera in der Wohnung laufen?
Ja, aber nicht heimlich gegenüber anderen Menschen. Wer Menschen erkennbar filmt, bearbeitet Personendaten und muss sie vorher informieren, schreibt der EDÖB. Das betrifft etwa Katzensitter oder Reinigungskräfte. Bei Geräten mit Cloud-Speicher lohnt der Blick in den Vertrag: Wohin die Videos gehen, entscheidet der Anbieter.
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Häufige Fragen
Wie viele Tage kann eine Katze mit Futterautomat allein bleiben?
Eine GST-Tierärztin hält rund zwei Tage bei einer unbekümmerten Katze für vertretbar. Der Schweizer Tierschutz verlangt, dass mindestens zweimal täglich jemand nach der Katze schaut. Die Tierschutzverordnung verlangt täglichen Umgang mit Menschen für einzeln gehaltene Katzen.
Was kostet der Tierarzt für eine Katze?
Im Schnitt rund 700 Franken pro Tier und Jahr für Hunde und Katzen zusammen, laut Helvetia. Einzelne Behandlungen können ein Vielfaches kosten.
Wie viele Haushalte in der Schweiz haben ein Haustier?
39 Prozent laut Verband für Heimtiernahrung (2025), 25 Prozent halten eine Katze, 11 Prozent einen Hund.
Quellen
- Tierschutzverordnung (TSchV), SR 455.1, Art. 4, 5, 70, 80 fedlex.admin.ch
- SRF-News-Chat «Tag der Katze», 8. August 2025 srf.ch
- VHN, Heimtierpopulation 2025 vhn.ch
- Animalia, Was kostet ein Haustier, 26. November 2024; Helvetia, 6. August 2025; Swissquote, Interview Charles Perraudin, 23. Dezember 2024 animalia.ch · helvetia.com · swissquote.com
- EDÖB, Videoüberwachung durch Private edoeb.admin.ch
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