Das Strassenschild der Wall Street in New York. Foto: Alex Proimos / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Briefing, Challenger · 3 min ·

Die USA sammeln 70-mal so viel Startup-Geld wie die Schweiz. Pro Kopf ist der Abstand klein

US-Startups erhielten 2025 rund 244 Milliarden Dollar, Schweizer Startups 3,5 Milliarden. Pro Kopf liegt die Schweiz unter den zehn grössten Märkten aber auf Platz 4, mit fast fünfmal so viel wie Deutschland.

Strassenschild der Wall Street in New York

Das Strassenschild der Wall Street in New York. Foto: Alex Proimos / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Kurz gesagt: US-Startups erhielten 2025 rund 244 Milliarden Dollar Risikokapital, Schweizer Startups 3,5 Milliarden, zeigen Daten des Analysehauses Tracxn. Das ist 70-mal weniger. Pro Kopf sieht die Rechnung anders aus: 389 Dollar je Einwohner in der Schweiz, 718 in den USA. Unter den zehn grössten Startup-Märkten liegt die Schweiz pro Kopf auf Platz 4, vor Grossbritannien und mit fast fünfmal so viel wie Deutschland. Der Swiss Venture Capital Report zählt für 2025 2,9 Milliarden Franken, ein Plus von 24 Prozent.

Eine einzige Finanzierungsrunde. Im März 2025 sammelte OpenAI 40 Milliarden Dollar ein, angeführt von Softbank, die grösste private Technologierunde aller Zeiten, berichtete CNBC. Das ist mehr als elfmal so viel, wie alle Schweizer Startups im ganzen Jahr erhielten.

Solche Vergleiche machen die Schweiz klein. Sie sind richtig. Und sie erzählen nur die halbe Geschichte.

Wer bekommt das meiste Geld?

Die USA, mit grossem Abstand. 244 Milliarden Dollar flossen 2025 in amerikanische Startups, zeigt eine Auswertung von Visual Capitalist mit Zahlen von Tracxn. Dahinter folgen Grossbritannien mit 15,2 Milliarden, Indien mit 10,5, China mit 7,3, Deutschland mit 7,0, Kanada mit 6,3, Frankreich mit 6,2, Singapur mit 4,5 und Israel mit 4,2. Die Schweiz steht mit 3,5 Milliarden auf Platz 10.

Zusammen erhielten die neun Länder hinter den USA rund 65 Milliarden Dollar. Das ist gut ein Viertel des amerikanischen Betrags.

Grafik: Startup-Geld je Einwohner 2025 als Münzstapel, Singapur 745, USA 718, Israel 420, Schweiz 389, Grossbritannien 219, Kanada 153, Frankreich 90, Deutschland 84 Dollar
Berechnung Leitgrad: Tracxn via Visual Capitalist, Bevölkerung 2024 der Weltbank. Grafik: Leitgrad

Und pro Kopf?

Da dreht sich das Bild. Teilt man das Risikokapital durch die Zahl der Einwohner, nach den Bevölkerungszahlen der Weltbank für 2024, ergibt sich diese Rangliste der zehn grössten Märkte:

  1. Singapur: 745 Dollar je Einwohner
  2. USA: 718 Dollar
  3. Israel: 420 Dollar
  4. Schweiz: 389 Dollar
  5. Grossbritannien: 219 Dollar
  6. Kanada: 153 Dollar
  7. Frankreich: 90 Dollar
  8. Deutschland: 84 Dollar
  9. Indien: 7 Dollar
  10. China: 5 Dollar

Aus 70-mal weniger wird so gut die Hälfte. Pro Einwohner fliesst in der Schweiz fast fünfmal so viel Risikokapital wie in Deutschland. Die Rechnung hat eine Grenze: Kleine, reiche Länder ausserhalb dieser zehn sind nicht erfasst.

Wohin floss das Geld in der Schweiz?

Vor allem in die Biotechnologie. Der Swiss Venture Capital Report 2026 von Startupticker und SECA zählt für 2025 insgesamt 2,9 Milliarden Franken in 354 Finanzierungsrunden, 23,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Biotech-Branche erreichte einen Rekord von 946 Millionen Franken. In Cleantech flossen 386 Millionen, ein Drittel davon an Climeworks mit einer Runde von 128 Millionen. Junge Firmen erhielten über 1,4 Milliarden Franken, nach 864 Millionen im Jahr 2024. Zürich führt vor der Waadt und Basel-Stadt.

Warum zwei Zahlen? Tracxn zählt in Dollar und erfasst Technologie-Startups nach eigener Methode, der Swiss Venture Capital Report zählt Schweizer Finanzierungsrunden in Franken. Beide zeigen dieselbe Richtung.

Unsere Einschätzung: Der Schweiz fehlt es pro Kopf nicht an Risikokapital. Ihr fehlt die Grösse. Eine einzige amerikanische Runde kann das ganze Schweizer Jahr übertreffen. Wer ein Startup aus der Schweiz heraus gross machen will, findet hier Geld für den Anfang. Eine Runde in der Grösse von OpenAI gibt es hier nicht. Für KMU ist das eine Chance: Junge Firmen mit gesicherter Finanzierung suchen Partner, Pilotkunden und Zulieferer. Und die sitzen oft gleich nebenan.

Wie ein Schweizer Startup an einen Grossen verkauft wird, zeigt unser Beitrag über das Zürcher IoT-Startup akenza.

Häufige Fragen

Wie viel Risikokapital erhielten Schweizer Startups 2025?

Laut Swiss Venture Capital Report 2026 waren es 2,9 Milliarden Franken in 354 Runden, 23,9 Prozent mehr als 2024. Tracxn zählt für Schweizer Technologie-Startups 3,5 Milliarden Dollar.

Welches Land erhält am meisten Startup-Geld?

Die USA mit rund 244 Milliarden Dollar im Jahr 2025, rund 70-mal so viel wie die Schweiz. Dahinter folgen Grossbritannien und Indien.

Wie steht die Schweiz pro Kopf da?

Mit 389 Dollar je Einwohner auf Platz 4 der zehn grössten Startup-Märkte, hinter Singapur, den USA und Israel. Deutschland kommt auf 84 Dollar je Einwohner.

Quellen

  1. Visual Capitalist mit Daten von Tracxn, Startup Funding by Country in 2025, 9. September 2026 visualcapitalist.com
  2. Weltbank, Bevölkerung 2024 (SP.POP.TOTL); Berechnung pro Kopf: Leitgrad worldbank.org
  3. Swiss Venture Capital Report 2026 (Startupticker, SECA), via GGBa, 3. Februar 2026 ggba.swiss
  4. CNBC, OpenAI closes 40 billion funding round, 31. März 2025 cnbc.com

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