Ringlicht spiegelt sich im Auge. Foto: Junyu-K / Wikimedia Commons, CC BY 4.0Foto: Junyu-K / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Lizenz)
Influencer-Marketing in der Schweiz: Was ein Beitrag kostet und was erlaubt ist
Ein Reel kostet bis 3400 Franken, doch nur jeder zehnte Influencer lebt davon. Preise, Pflichten und was KMU wissen müssen.

Ringlicht spiegelt sich im Auge. Foto: Junyu-K / Wikimedia Commons, CC BY 4.0Foto: Junyu-K / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Lizenz)
Kurz gesagt: Ein bezahlter Beitrag eines Schweizer Influencers kostet je nach Reichweite und Format zwischen 150 und 3400 Franken. Ein Instagram-Reel liegt laut dem Honorarbericht 2026 von House of Influence bei 700 bis 3400 Franken, ein TikTok-Video bei 530 bis 3150 Franken. Bezahlte Beiträge müssen in der Schweiz als Werbung erkennbar sein, das verlangen die Lauterkeitskommission und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Ein bestimmtes Label ist nicht vorgeschrieben, «Werbung» oder «Anzeige» reichen. Nur rund jeder zehnte Schweizer Influencer lebt von seinen Einnahmen.
Ein einziges Instagram-Reel kann in der Schweiz 3400 Franken kosten. Lohnt sich das für ein KMU? Und wer haftet, wenn das Wort «Werbung» fehlt?
Was kostet Influencer-Marketing in der Schweiz?
| Format | Honorar pro Beitrag | Quelle |
|---|---|---|
| Instagram-Reel | 700 bis 3400 Fr. | House of Influence 2026 |
| TikTok-Video | 530 bis 3150 Fr. | House of Influence 2026 |
| Beitrag bei rund 5000 Followern | 150 bis 2000 Fr. | UBS Young |
In manchen Segmenten haben sich die Honorare gegenüber 2024 fast verdoppelt, zeigt der Honorarbericht von House of Influence laut Markt und Kommunikation. Zwei Drittel der ausgewerteten Profile gehören Frauen. Nur rund 10 Prozent der Schweizer Influencer leben von ihren Einnahmen, schreibt UBS Young.

Weltweit wächst der Markt trotzdem. Influencer-Marketing setzte 2025 rund 32,6 Milliarden Dollar um, nach 24 Milliarden im Jahr davor, schätzt der Influencer Marketing Hub. 87,5 Prozent der Befragten erwarten 2026 ein höheres Budget, zeigt sein Benchmark-Bericht. TikTok ist die meistgewählte Plattform.
Muss Influencer-Werbung in der Schweiz gekennzeichnet werden?
Ja, sobald die kommerzielle Absicht nicht klar erkennbar ist. Das verlangt Grundsatz B.15 der Schweizerischen Lauterkeitskommission. Ein bestimmtes Label schreibt sie nicht vor, tauglich sind etwa «Werbung», «Anzeige» oder «Publireportage», berichtete Horizont. Rechtlich greift die Generalklausel in Artikel 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, erklärt ein Merkblatt von Swiss Olympic. Verantwortlich ist nicht nur der Influencer, sondern auch die Firma, die zahlt.
Wie viele Menschen erreicht TikTok in der Schweiz?
Werbung auf TikTok erreicht in der Schweiz 2,46 Millionen Erwachsene ab 18 Jahren, ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung und gut 10 Prozent mehr als im Vorjahr, zeigt DataReportal. Auf der Plattform zählt Exploding Topics allein unter #BabyTok 2,9 Millionen Beiträge, ein Beispiel dafür, wie Eltern dort Produkte empfehlen.
Was gilt für Werbung mit Kindern?
Ein eigenes Gesetz gibt es in der Schweiz nicht. Der Nationalrat hat im September 2024 mit 98 zu 92 Stimmen eine Motion angenommen, die Kinder vor kommerzieller Ausnutzung im Netz schützen soll, nach dem Vorbild Frankreichs, berichtete die Netzwoche. Der Bundesrat war dagegen. Unsere Empfehlung für KMU: Kinder in Kampagnen nur mit schriftlicher Zustimmung der Eltern zeigen, und nie mit Gesundheitsversprechen werben, die nicht belegt sind.
Wie TikTok-Mütter Babyprodukte verkaufen und was Kinderärzte zum Baby-Helm sagen, steht in unserer Geschichte zur Ökonomie der Elternangst. Warum Metas Agent Muse ohne Werbung auskommt, zeigt dieser Beitrag. Was Microsoft Copilot für KMU heisst, erklärt unsere Analyse.
Häufige Fragen
Was verdienen Influencer in der Schweiz?
Pro Beitrag zwischen 150 und 3400 Franken, je nach Reichweite und Format. Nur rund 10 Prozent der Schweizer Influencer leben davon.
Welches Label braucht ein bezahlter Post?
Keines vorgeschrieben. Entscheidend ist, dass die Werbung klar erkennbar ist. Üblich sind «Werbung», «Anzeige» oder «bezahlte Partnerschaft».
Wer haftet bei verdeckter Werbung?
Nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb können sowohl der Influencer als auch das werbende Unternehmen belangt werden.
Lohnt sich Influencer-Marketing für KMU?
Für Produkte mit Bildern und Geschichten oft ja, vor allem mit kleineren Creatorn. In Europa setzen 86 Prozent der Unternehmen auf Micro-Influencer, zeigt eine Studie von Kolsquare von 2025.
Quellen
- House of Influence Fee Report 2026 via Markt und Kommunikation, 9. März 2026; UBS Young markt-kom.com · ubs.com
- Influencer Marketing Hub, Report 2025 und Benchmark Report 2026 Report 2025; Kolsquare, State of Influencer Marketing Europa 2025 influencermarketinghub.com · kolsquare.com
- Horizont, 28. Mai 2020; Swiss Olympic, Q&A Influencer Marketing, 2019 horizont.net · swissolympic.ch
- DataReportal, Digital 2026 Switzerland; Netzwoche, 26. September 2024 datareportal.com · netzwoche.ch
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