Was kostet ein Mitarbeiter in der Schweiz wirklich? Lohnnebenkosten 2026 erklärt
Auf 80 000 Franken Lohn kommen mindestens rund 8600 Franken Pflichtbeiträge dazu. Was eine Stelle in der Schweiz wirklich kostet, mit allen Sätzen für 2026.

Kurz beantwortet
Ein Mitarbeiter kostet in der Schweiz deutlich mehr als sein Bruttolohn. Auf jeden Franken Lohn zahlt der Arbeitgeber Beiträge an AHV, IV, EO, Arbeitslosenversicherung, Familienzulagen und Pensionskasse. Bei 80 000 Franken Lohn sind das 2026 mindestens rund 8600 bis 10 400 Franken, also 11 bis 13 Prozent. Dazu kommen die Unfallversicherung, oft ein Krankentaggeld und Leistungen der Pensionskasse über dem Minimum. Als Faustregel für alle Lohnnebenkosten nennt PostFinance 20 bis 25 Prozent. Rekrutierung, Einarbeitung und Arbeitsplatz sind darin noch nicht enthalten.
| Beitrag | Anteil Arbeitgeber 2026 | Worauf |
|---|---|---|
| AHV, IV, EO | 5,3 % | ganzer Lohn |
| Arbeitslosenversicherung | 1,1 % | Lohn bis 148 200 Fr. |
| Familienzulagen | 1,025 bis 2,75 % | ganzer Lohn, Satz je nach Kanton und Kasse |
| Pensionskasse | mindestens die Hälfte der Beiträge | koordinierter Lohn: Lohn minus 26 460 Fr., höchstens 64 260 Fr. |
| Berufsunfall | ganze Prämie, je nach Risiko | Lohn bis 148 200 Fr. |
| Nichtberufsunfall | in der Regel der Arbeitnehmer | Lohn bis 148 200 Fr. |
| Krankentaggeld | freiwillig, oft hälftig geteilt | laut Police |
| Verwaltungskosten | Prozentsatz der AHV-Beiträge | je nach Ausgleichskasse |
Die Sätze stammen aus dem Merkblatt 2.01 der AHV und der Übersicht des Bundesamts für Sozialversicherungen, Stand 1. Januar 2026.
Was die Pflicht kostet
Der grösste Posten ist die AHV. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je 5,3 Prozent des Lohns an AHV, Invalidenversicherung und Erwerbsersatz. Für die Arbeitslosenversicherung sind es je 1,1 Prozent. Seit 2023 gilt das nur noch bis 148 200 Franken Lohn, darüber fällt kein Beitrag mehr an.
Die Familienzulagen finanziert der Arbeitgeber allein. Wie viel er zahlt, hängt vom Kanton und von der Familienausgleichskasse ab. Das Bundesamt für Sozialversicherungen nennt für 2026 Sätze zwischen 1,025 und 2,75 Prozent. Im Wallis zahlen auch die Angestellten einen kleinen Teil.
Dazu kommen Verwaltungskosten der Ausgleichskasse. Die SVA Zürich etwa verlangt je nach Beitragssumme zwischen 0,7 und 5 Prozent der AHV-Beiträge, so ihr Tarif ab 2026.
Auf 80 000 Franken Lohn kommen mindestens 8600 Franken dazu.
Pflichtbeiträge des Arbeitgebers für eine Stelle mit 80 000 Franken Bruttolohn im Jahr, 2026, in Franken.

Die Grafik rechnet nur mit dem, was das Gesetz verlangt. Für eine 40-jährige Angestellte mit 80 000 Franken Lohn zahlt die Firma 4240 Franken an AHV, IV und EO, 880 Franken an die Arbeitslosenversicherung und je nach Kanton 820 bis 2200 Franken Familienzulagen.
Bei der Pensionskasse zählt nur der koordinierte Lohn. Das sind 80 000 minus 26 460, also 53 540 Franken. Davon gehen im Alter zwischen 35 und 44 mindestens 10 Prozent als Altersgutschrift in die Kasse. Die Firma trägt mindestens die Hälfte, 2677 Franken.
Zusammen ergibt das rund 8600 bis 10 400 Franken, 11 bis 13 Prozent des Lohns. Das ist die Untergrenze. Viele Firmen versichern mehr als das Minimum, zahlen die Unfallprämien und teilen ein Krankentaggeld. Dann landet man schnell bei der Faustregel von 20 bis 25 Prozent.
Warum ältere Mitarbeitende mehr kosten
Die Altersgutschriften der Pensionskasse steigen mit dem Alter: 7 Prozent zwischen 25 und 34, 10 Prozent bis 44, 15 Prozent bis 54 und 18 Prozent ab 55. Für den koordinierten Lohn von 53 540 Franken zahlt die Firma im Minimum 1874 Franken für einen 30-Jährigen. Für einen 58-Jährigen sind es 4819 Franken, bei gleichem Lohn.
Diese Differenz von rund 2900 Franken im Jahr ist einer der Gründe, warum ältere Stellensuchende es schwerer haben. Mehr dazu in unserem Text über Arbeitslosigkeit ab 50.
Was ausserhalb der Lohnabrechnung anfällt
Ferien. Das Gesetz verlangt mindestens vier Wochen im Jahr, bis zum 20. Geburtstag fünf Wochen (Artikel 329a OR). In dieser Zeit läuft der Lohn weiter, ohne Arbeit.
Krankheit. Ohne Krankentaggeldversicherung zahlt die Firma den Lohn bei Krankheit selbst weiter. Im ersten Dienstjahr sind es drei Wochen, danach steigt die Dauer je nach Skala. Nach der Berner Skala sind es im zweiten Dienstjahr ein Monat, ab dem fünften drei Monate.
13. Monatslohn. Er ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, so WEKA. Steht er im Vertrag, gehört er zum Bruttolohn und zu den Beiträgen.
Rekrutierung. Eine Studie der Ökonomen Marc Blatter, Samuel Mühlemann und Samuel Schenker bezifferte die Kosten einer Einstellung im Schnitt auf 13 570 Franken, 10 bis 17 Wochenlöhne. Die Daten sind älter, zitiert vom IFP Basel. Wie schwer die Suche heute ist, zeigt unser Text zum Fachkräftemangel.
So rechnen Sie eine neue Stelle durch
- Bruttolohn festlegen, inklusive 13. Monatslohn und Boni, falls vorgesehen.
- Pflichtbeiträge rechnen: 5,3 Prozent AHV, IV und EO, 1,1 Prozent Arbeitslosenversicherung.
- Kanton und Kasse prüfen: Familienzulagen und Verwaltungskosten unterscheiden sich stark.
- Reglement der Pensionskasse lesen: Viele Kassen versichern mehr als das Minimum, und der Arbeitgeber zahlt oft mehr als die Hälfte.
- Policen einrechnen: Berufsunfall, allenfalls Krankentaggeld.
- Einmalkosten nicht vergessen: Suche, Einarbeitung, Arbeitsplatz und Geräte.
- Einen Puffer einplanen für Ferien, Krankheit und Weiterbildung.
Wo diese Rechnung an Grenzen stösst
Die Zahlen gelten für eine Vollzeitstelle mit Lohn unter 148 200 Franken. Darüber fallen Arbeitslosenbeitrag und Unfallprämie nur noch auf den versicherten Teil an. Unter 22 680 Franken Jahreslohn besteht keine Pflicht zur Pensionskasse. Und wer Kader mit eigenen Vorsorgeplänen beschäftigt, rechnet mit ganz anderen Beträgen. Was Geschäftsführer verdienen, steht in unserem Ratgeber zum Geschäftsführerlohn.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Lohnnebenkosten in der Schweiz?
Die gesetzlichen Pflichtbeiträge des Arbeitgebers liegen 2026 bei rund 11 bis 13 Prozent des Bruttolohns. Mit Unfallversicherung, Krankentaggeld und besserer Pensionskasse sind 20 bis 25 Prozent eine übliche Faustregel.
Wer bezahlt die Pensionskasse?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam. Der Arbeitgeber muss mindestens die Hälfte der Beiträge tragen, viele zahlen mehr.
Ab welchem Lohn muss ich eine Pensionskasse anbieten?
Ab einem Jahreslohn von 22 680 Franken bei einem Arbeitgeber, so die Werte des Bundesamts für Sozialversicherungen für 2026.
Muss ich einen 13. Monatslohn zahlen?
Nein, nicht von Gesetzes wegen. Er ist aber weit verbreitet und wird verbindlich, wenn er im Arbeitsvertrag oder in einem Gesamtarbeitsvertrag steht.
Was kostet eine Arbeitsstunde in der Schweiz?
Im Schnitt 63.62 Franken im Jahr 2020, laut Bundesamt für Statistik, zitiert vom KMU-Portal. Knapp 80 Prozent davon sind Lohn, gut 17 Prozent Sozialbeiträge der Arbeitgeber, so das BFS.
Der Lohn ist nur die Zahl, die im Vertrag steht. Die Stelle kostet mehr. Wer die ganze Rechnung früh macht, entscheidet besser, ob und wann er einstellt.
Methode
Stand: 9. Oktober 2026. Das Rechenbeispiel nutzt die Sätze 2026 von AHV, BSV und SVA Zürich für eine Person zwischen 35 und 44 Jahren mit Pensionskasse im gesetzlichen Minimum. Unfallprämien, Krankentaggeld und Leistungen über dem Minimum sind nicht eingerechnet, weil sie je nach Versicherung stark schwanken. Die Faustregel von 20 bis 25 Prozent stammt von PostFinance. Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung durch eine Treuhänderin oder Ausgleichskasse.
Quellen
- Informationsstelle AHV/IV, Merkblatt 2.01 Beiträge an AHV, IV und EO, Stand 1.1.2026; Merkblatt 2.08 Arbeitslosenversicherung ahv-iv.ch (2.01) · ahv-iv.ch (2.08)
- Bundesamt für Sozialversicherungen, Beitrags- und Prämiensätze 2026; BVG-Werte 2026 Sätze · BVG
- SVA Zürich, Verwaltungskostenbeiträge ab 2026; BAG, Unfallversicherung svazurich.ch · bag.admin.ch
- PostFinance, Personalkosten richtig kalkulieren, 27. März 2026 postfinance.ch
- KMU-Portal, Arbeitskosten; IFP Basel zur Studie von Blatter, Mühlemann und Schenker; WEKA zum 13. Monatslohn kmu.admin.ch · ifp-basel.ch · weka.ch
Sie lesen Leitgrad öfter? Bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Teilen
Weiterlesen
Das Morgen-Briefing
Sie lesen Leitgrad öfter? Bei Google als bevorzugte Quelle markieren