Frau trägt ein Serum auf die Gesichtshaut auf. Foto: Shixart1985 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0Foto: Shixart1985 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (Lizenz)
Exosomen-Facial und PDRN: Was es ist, was es kostet, was in der Schweiz erlaubt ist
Ein Serum, ein paar Nadeln, bis 800 Franken: Was ein Exosomen-Facial ist, was es kostet und was in der Schweiz erlaubt ist.

Frau trägt ein Serum auf die Gesichtshaut auf. Foto: Shixart1985 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0Foto: Shixart1985 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (Lizenz)
Kurz gesagt: Ein Exosomen-Facial ist eine Hautbehandlung, bei der feine Nadeln oder eine Mesotherapie ein Serum mit Exosomen in die Haut bringen. Exosomen sind Bläschen von 20 bis 200 Nanometern, mit denen Zellen Botschaften austauschen. In Zürich kostet eine Sitzung 370 bis 800 Franken, empfohlen werden meist drei bis vier Sitzungen. Die Wirkung ist erst in kleinen Studien gezeigt. In Kosmetika sind Exosomen aus menschlichen Zellen in der EU und der Schweiz verboten, pflanzliche erlaubt. PDRN ist ein verwandter Trend aus Korea: gereinigte DNA aus Lachs als Hautbooster.
Ein Serum, ein paar Nadeln, 800 Franken. So viel kostet eine Sitzung beim teuersten Zürcher Anbieter. Wer bucht, sollte vorher fünf Dinge wissen.
Was ist ein Exosomen-Facial?
Eine Behandlung in zwei Schritten. Zuerst setzt die Kosmetikerin oder Ärztin mit Microneedling feine Stiche in die Haut. Dann trägt sie ein Serum mit Exosomen auf, das durch die Kanäle eindringt. Die Haut soll mehr Kollagen bilden, Pigmentflecken sollen blasser werden. Nach der Behandlung ist die Haut etwa einen Tag gerötet. Exosomen allein dringen nicht durch die Haut, erklärt der Fachdienst ChemLinked.
Was kostet eine Exosomen-Behandlung in Zürich?

| Anbieter | Preis pro Sitzung | Herkunft der Exosomen laut Anbieter |
|---|---|---|
| FineSkin, kosmetische Mesotherapie | ab 370 Fr. | nicht angegeben |
| Praxisklinik Urania | 500 Fr. | nicht angegeben |
| Beautyclinic | 500 Fr. | Pflanze (Rose von Jericho) |
| FineSkin, Microneedling | ab 530 Fr. | nicht angegeben |
| Aesthetics Medical, Gesicht | 800 Fr. | eigenes Blut des Patienten |
Listenpreise laut Websites der Anbieter ohne Aktionsrabatte, abgerufen am 6. Oktober 2026. Wer die Behandlung bucht, sollte nach der Herkunft der Exosomen fragen. Im Kanton Zürich dürfen Kosmetikerinnen nur bis 0,5 Millimeter tief stechen, Mesotherapie ist Ärztinnen und Ärzten vorbehalten, so das Merkblatt des Kantons.
Wirkt ein Exosomen-Facial?
Vielleicht, aber es ist nicht gut belegt. Eine systematische Übersicht fand acht Studien mit zusammen 171 Patienten, meist ohne Kontrollgruppe und mit höchstens sechs Monaten Nachbeobachtung, berichtet Dermatology Times. Die US-Arzneibehörde hält fest, dass es keine zugelassenen Exosomen-Produkte gibt, und warnte nach schweren Nebenwirkungen mit unzugelassenen Präparaten, so die FDA.
Sind Exosomen in der Schweiz erlaubt?
In Kosmetika nur, wenn sie nicht von Menschen stammen. Die EU verbietet in Kosmetika Zellen, Gewebe und Produkte menschlichen Ursprungs. Die Schweiz verweist für verbotene Stoffe auf die EU-Liste, schreibt das BLV. Exosomen aus Pflanzenzellen sind erlaubt, etwa jene des Schweizer Herstellers Mibelle aus der Goji-Beere. Für Behandlungen mit Exosomen aus eigenem Blut gelten andere Regeln, die Abgrenzung zum Heilmittel prüft Swissmedic. Eine eigene Weisung zu Exosomen hat Swissmedic bisher nicht veröffentlicht.
Was ist PDRN?
PDRN steht für Polydesoxyribonukleotid, gereinigte DNA-Bruchstücke aus Lachssperma. Es wird als Hautbooster gespritzt oder in Cremes verkauft. Eine Übersichtsarbeit fand keine schweren Nebenwirkungen, verlangt aber mehr Forschung, so das International Journal of Molecular Sciences. Bekanntestes Produkt ist Rejuran der koreanischen Firma PharmaResearch, die im Frühling 2026 auch in der Schweiz für sich warb, meldet PR Newswire.
Wie ein Thurgauer Apfel die Kosmetikbranche veränderte, steht in unserer Geschichte zum Exosomen-Trend. Wie die Medizin-Nobelpreisträger Zellen mit Licht steuern, zeigt dieser Beitrag. Wie Pharma an Schönheit verdient, zeigt unsere Meldung zur Abnehmspritze.
Häufige Fragen
Wie viele Sitzungen braucht ein Exosomen-Facial?
Zürcher Anbieter empfehlen meist drei bis vier Sitzungen im Abstand von einigen Wochen.
Wie lange hält die Wirkung?
Anbieter sprechen von bis zu einem Jahr. Unabhängige Studien mit so langer Nachbeobachtung fehlen, die bisher ausgewerteten reichten höchstens sechs Monate.
Darf eine Kosmetikerin Exosomen spritzen?
Im Kanton Zürich dürfen Kosmetikerinnen Microneedling bis 0,5 Millimeter Tiefe anbieten. Mesotherapie und Injektionen sind Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Was ist der Unterschied zwischen Exosomen und PDRN?
Exosomen sind Bläschen, die Zellen absondern. PDRN sind gereinigte DNA-Bruchstücke aus Lachs. Beide sollen die Hauterneuerung anregen, beide sind nur in kleinen Studien untersucht.
Quellen
- ChemLinked, 7. April 2025; BLV, Geregelte Stoffe in kosmetischen Mitteln; Kanton Zürich, Merkblatt Kosmetik, Juni 2024 chemlinked.com · blv.admin.ch · zh.ch
- Dermatology Times, 29. April 2026; FDA, Consumer Alert, 22. Juli 2020 dermatologytimes.com · fda.gov
- Preise: Websites von FineSkin, Praxisklinik Urania, Beautyclinic, Aesthetics Medical, abgerufen 6. Oktober 2026 fineskin.ch · praxisklinik-urania.ch · beautyclinic.ch · aestheticsmedical.ch
- International Journal of Molecular Sciences, 27. Juli 2024; PR Newswire zu PharmaResearch, 12. Mai 2026 mdpi.com · prnewswire.com
Sie lesen Leitgrad öfter? Bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Teilen
Das Morgen-Briefing
Sie lesen Leitgrad öfter? Bei Google als bevorzugte Quelle markieren