Reagenzgläser in einem medizinischen Labor. Foto: Frankincense Diala / Wikimedia Commons, CC0Foto: Frankincense Diala / Wikimedia Commons, CC0 (Lizenz)
Biologisches Alter testen in der Schweiz: Kosten, Genauigkeit und was erlaubt ist
Was ein Test zum biologischen Alter in der Schweiz kostet, wie genau er misst, ob die Krankenkasse zahlt und warum er als Gentest gilt.

Reagenzgläser in einem medizinischen Labor. Foto: Frankincense Diala / Wikimedia Commons, CC0Foto: Frankincense Diala / Wikimedia Commons, CC0 (Lizenz)
Kurz gesagt: Ein Test zum biologischen Alter schätzt, wie weit der Körper gealtert ist, meist aus Markierungen an der DNA (epigenetische Uhr). In der Schweiz kostet er einzeln rund 2950 Franken, in Longevity-Paketen ab 2290 Franken, als Teil einer Klinikwoche ab 50 250 Franken. Die Grundversicherung bezahlt ihn nicht. Weil das BAG epigenetische Tests den Gentests gleichstellt, muss eine Gesundheitsfachperson den Test veranlassen und die Probe in ihrem Beisein entnommen werden. Arbeitgeber dürfen ihn nicht verlangen. Die Genauigkeit ist begrenzt: Wiederholte Messungen derselben Probe wichen in einer Studie um bis zu neun Jahre ab.
Wer seine Zahl kennen will, sollte vorher wissen, was sie bedeutet. Den Hintergrund zum Geschäft mit dem biologischen Alter beschreibt unsere Geschichte. Hier die wichtigsten Antworten für die Schweiz.
Was ist das biologische Alter?
Eine Schätzung, wie alt der Körper im Vergleich zum Geburtsjahr wirkt. Die meisten Tests messen die Methylierung der DNA, kleine chemische Markierungen, die sich mit dem Alter verändern. Andere verrechnen Blutwerte wie Entzündungs- und Zuckerwerte. Es gibt verschiedene Uhren: Die erste von Steve Horvath (2013) schätzt das kalendarische Alter, GrimAge (2019) die Lebenserwartung, DunedinPACE (2022) das Tempo des Alterns. Ihre Resultate sind nicht direkt vergleichbar.
Was kostet ein Test zum biologischen Alter in der Schweiz?
| Angebot | Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Origin Health Basel, Programm «High Performer» mit epigenetischer Analyse | ab 2290 Franken | originhealth.ch |
| Grand Resort Bad Ragaz, epigenetischer Bluttest | 2950 Franken, als Zusatz 2450 Franken | grandresort.ch |
| Ayun Zürich, Longevity-Check mit epigenetischem Profil | 2499 bis 7299 Franken | ayun.ch |
| Clinique La Prairie, Montreux, 7 Tage «Revitalisation Premium» inklusive epigenetischem Test | ab 50 250 Franken | cliniquelaprairie.com |
Preise laut Websites der Anbieter, abgerufen im Oktober 2026. Bei Ayun nennt die Website ein epigenetisches Profil, aber keinen Wert für das biologische Alter.

Wie genau sind die Tests?
Begrenzt. Bei sechs bekannten Uhren wichen wiederholte Messungen derselben Probe um bis zu neun Jahre ab. Mit einer rechnerischen Korrektur lagen die meisten innerhalb von 1,5 Jahren, schreiben Forscher in Nature Aging. Die neuere Uhr DunedinPACE erreicht laut ihren Entwicklern eine hohe Wiederholgenauigkeit, so die Studie in eLife. Die Altersforscherin Heike Bischoff-Ferrari, Leiterin der Studie DO-HEALTH, sagt: Einen allgemein anerkannten Goldstandard gibt es nicht.
Ist der Test in der Schweiz ein Gentest?
Ja, wenn er epigenetisch misst. Das Bundesamt für Gesundheit stellt solche Abklärungen in seinem Merkblatt den genetischen Untersuchungen gleich und nennt das biologische Alter als Beispiel. Damit gilt das GUMG: Nur eine Gesundheitsfachperson mit Kenntnissen der Humangenetik darf den Test veranlassen, die Probe muss in ihrem Beisein entnommen werden (Art. 34). Tests zur Selbstanwendung sind dafür nicht vorgesehen (Art. 13). Reine Bluttests ohne Erbgut fallen nicht unter das GUMG, die Daten sind aber als Gesundheitsdaten besonders geschützt.
Bezahlt die Krankenkasse einen Longevity-Check?
Die Grundversicherung nicht. Sie bezahlt nur die Vorsorge, die in der Krankenpflege-Leistungsverordnung aufgezählt ist, und Leistungen müssen nach Artikel 32 des Krankenversicherungsgesetzes wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Einzelne Zusatzversicherungen beteiligen sich an Check-ups. Ob ein Longevity-Paket dazugehört, entscheidet die Versicherung im Einzelfall.
Darf der Arbeitgeber einen solchen Test verlangen?
Nein. «Arbeitgeber und Versicherungseinrichtungen dürfen weder die Durchführung von genetischen Untersuchungen ausserhalb des medizinischen Bereichs verlangen noch nach medizinisch nicht relevanten genetischen Daten fragen, noch solche Daten verwerten», steht in Artikel 37 GUMG. Ein freiwilliges Angebot für Mitarbeitende muss so organisiert sein, dass die Firma keine Resultate erhält.
Wer das Schweizer Longevity-Geschäft besitzt, zeigt unsere Übersicht. Was das Datenschutzgesetz für Personaldaten in Firmengruppen verlangt, lesen Sie hier.
Häufige Fragen
Wie lange leben Menschen in der Schweiz gesund?
Laut BFS in guter Gesundheit im Schnitt 71,1 Jahre (Frauen) und 70,7 Jahre (Männer), Stand 2022. Die Lebenserwartung lag 2023 bei 85,8 und 82,2 Jahren.
Kann man das biologische Alter senken?
In Studien leicht. In der Schweizer Studie DO-HEALTH bremste ein Gramm Omega-3 pro Tag das biologische Altern bei 777 Personen über 70 in drei Jahren um bis zu vier Monate, gemessen mit mehreren Uhren.
Was ist der Unterschied zwischen GrimAge und DunedinPACE?
GrimAge schätzt, wie alt jemand gemessen an seinem Sterberisiko ist. DunedinPACE misst, wie schnell jemand gerade altert, als Tempo pro Kalenderjahr.
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
Quellen
- Higgins-Chen et al., Nature Aging, 15. Juli 2022; Belsky et al., eLife, 14. Januar 2022 nature.com · elifesciences.org
- BAG, Merkblatt, Februar 2025; GUMG, SR 810.12; KVG, SR 832.10 bag.admin.ch · GUMG · KVG
- Anbieter: Origin Health, Grand Resort Bad Ragaz, Ayun, Clinique La Prairie, abgerufen im Oktober 2026 originhealth.ch · grandresort.ch · ayun.ch · cliniquelaprairie.com
- BFS, Gesundheit, Taschenstatistik 2025; Universität Zürich, DO-HEALTH, 3. Februar 2025 bfs.admin.ch · uzh.ch
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