Briefing · 2 min ·

Google baut ein Hacker-Modell und gibt es nur Sicherheitsprofis

Gemini 4 Argon findet und behebt Sicherheitslücken so gut, dass Google es vorerst nur Cyberabwehr-Fachleuten gibt. In der Schweiz melden kritische Infrastrukturen fast jeden Tag einen Angriff.

Fast ein Angriff pro Tag: 222 Cyberangriffe meldeten Betreiber kritischer Infrastrukturen dem BACS von April bis Dezember 2025.

Kurz gesagt: Google hat mit Gemini 4 Argon ein KI-Modell vorgestellt, das Sicherheitslücken besonders gut findet und behebt. Weil dieselbe Fähigkeit auch Angreifern hilft, gibt Google es vorerst nur ausgewählten Fachleuten für Cyberabwehr. In der Schweiz müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen Angriffe seit April 2025 dem Bundesamt für Cybersicherheit melden. Bis Ende 2025 waren es 222 Meldungen, fast eine pro Tag.

Google hält sein stärkstes Modell vorerst unter Verschluss. Gemini 4 Argon geht zuerst nur an «vertrauenswürdige Cyberverteidiger» im sogenannten Fairwind-Programm, schreibt Google. Entwickler, Firmen und Konsumenten sollen in den nächsten Monaten folgen.

Der Grund ist der doppelte Nutzen. Argon teilt sich im Test CWE-bench den ersten Platz beim Beheben von Schwachstellen, mit 68 Prozent. Was Lücken schliesst, kann sie auch finden. Google hat deshalb Sperren eingebaut, die Angriffe auf Computer, aber auch mit chemischen, biologischen oder nuklearen Mitteln verhindern sollen. Das Modell schreibt Antworten mit bis zu einer Million Tokens. Zum Start kostet eine Million Tokens Input 2 Dollar, eine Million Output 10 Dollar.

Fast ein Angriff pro Tag: 222 Cyberangriffe meldeten Betreiber kritischer Infrastrukturen dem BACS von April bis Dezember 2025.
Quelle: BACS, via Cash. Grafik: Leitgrad

Die Zahl in der Grafik zeigt, wie häufig es in der Schweiz schon heute knallt. Seit dem 1. April 2025 müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen Cyberangriffe innert 24 Stunden dem Bundesamt für Cybersicherheit BACS melden. Bis Ende Jahr kamen 222 Meldungen zusammen, berichtet Cash. Wer nicht meldet, riskiert seit Oktober 2025 eine Busse von bis zu 100 000 Franken.

Freiwillig gingen 2025 weitere 64 733 Meldungen ein, meist zu Betrug und Phishing. Kriminelle setzen dabei immer öfter KI ein, um ihre Maschen glaubwürdiger zu machen. Für KMU gilt die Meldepflicht meist nicht. Angegriffen werden sie trotzdem.

Wie gut KI-Agenten schon heute in Firmen eindringen, zeigte ein Test, über den wir berichtet haben: Gemini hackt im Test drei echte Firmen. Gleichzeitig verliert Zürich Cyber-Know-how: Die Zürcher Cyber-Abwehr geht nach Schottland. Eigene Regeln für KI will der Bundesrat erst Ende 2026 vorlegen. Den Stand hält das Dossier KI-Regulierung fest.

Häufige Fragen

Was ist Gemini 4 Argon?

Ein neues KI-Modell von Google, das besonders gut im Programmieren und in der Cybersicherheit ist. Es ist vorerst nur für ausgewählte Fachleute der Cyberabwehr zugänglich.

Müssen Schweizer Firmen Cyberangriffe melden?

Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen Cyberangriffe seit dem 1. April 2025 innert 24 Stunden dem BACS melden. Für die meisten KMU gilt die Pflicht nicht, sie können Vorfälle aber freiwillig melden.

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