Die Kuppel des Bundeshauses in Bern. Das Leistungsschutzrecht liegt wieder beim Bundesrat. Foto: Absolutely new / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
Google zahlt Websites für KI-Antworten. Bern hat das Gesetz zurückgeschickt
Google testet Zahlungen an Websites, deren Inhalte in KI-Antworten landen. Das Schweizer Leistungsschutzrecht liegt wieder beim Bundesrat, rund zwei Jahre Verzögerung.

Die Kuppel des Bundeshauses in Bern. Das Leistungsschutzrecht liegt wieder beim Bundesrat. Foto: Absolutely new / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
Wer eine Website betreibt, findet in der Google Search Console neuerdings womöglich eine neue Zeile: monatliche Einnahmen. Google testet, Websites direkt zu bezahlen, wenn ihre Inhalte wesentlich zu einer KI-Antwort beitragen, in Gemini, der KI-Übersicht und dem KI-Modus. Das berichtete der Branchendienst Digiday am 14. September.
Teil des Versuchs sind mindestens einige Dutzend Verlage, vor allem kleine und mittlere, nicht nur Nachrichtenseiten. Wie Google die Beträge berechnet, sehen sie nicht. Ein Verlagsmanager nannte die ersten Zahlungen laut Search Engine Journal «Peanuts» im Vergleich zu den Werbeeinnahmen.
Das Wichtigste in Kürze
Google zahlt in einem Pilotversuch Websites, deren Inhalte zu KI-Antworten beitragen. Google allein entscheidet, wann ein Beitrag zählt. In der Schweiz hat das Parlament das Leistungsschutzrecht für Medien im Juni an den Bundesrat zurückgewiesen, damit er die KI einbezieht. Das Parlament rechnet mit rund zwei Jahren Verzögerung. Ob der Google-Versuch auch Schweizer Websites umfasst, ist nicht bekannt.
Google zahlt nur, wenn ein Inhalt nach eigener Einschätzung wesentlich zu einer Antwort beigetragen hat. Inhalte, die nur Fakten bestätigen oder erst nach der Antwort verlinkt werden, zählen nicht. Google selbst beschreibt den Versuch in einem Beitrag vom Juni als neue Art der Partnerschaft mit Websites, die KI-Antworten frischer und genauer machen.
Bern ist noch nicht so weit
In der Schweiz sollte ein Gesetz regeln, was Google und andere Plattformen den Medien zahlen. Der Bundesrat verabschiedete im Juni 2025 eine Vorlage für ein Leistungsschutzrecht, berichtete Horizont. Zahlen sollten Dienste, die jährlich im Schnitt mindestens zehn Prozent der Bevölkerung nutzen, etwa Google, YouTube oder LinkedIn. Es ging um Vorschauen auf Artikel. Die KI blieb ausgeklammert.
Genau das wollte das Parlament ändern. Der Nationalrat wies die Vorlage im März mit 157 zu 29 Stimmen an den Bundesrat zurück, der Ständerat folgte im Juni ohne Gegenstimme, so die Parlamentsdienste. Der Bundesrat soll nun auch den Schutz vor KI-Anbietern regeln. Gerechnet wird mit rund zwei Jahren Verzögerung. «Mit einer Rückweisung werden wir mehrere Jahre verlieren», warnte Mitte-Nationalrat Martin Candinas laut cash.ch.
Damit entsteht eine Lücke. Google setzt den Massstab, bevor es ein Gesetz gibt. Der Verband Schweizer Medien stützt sich auf eine Studie von ETH und Universität Zürich, die den Wert der Medieninhalte allein für Google auf rund 154 Millionen Franken im Jahr schätzt, berichtet die Netzwoche.
Für Firmen ausserhalb der Medien zählt die Frage auch. Wer in KI-Antworten als Quelle vorkommt, gewinnt Sichtbarkeit, unabhängig von einer Zahlung. Wie die EU ihre KI-Regeln verschoben hat, steht in unserem Text zum AI Act. Warum Schweizer Daten bei US-Diensten heikel sind, zeigt der Beitrag Der KI-Agent kommt aus den USA. Alle Entwicklungen sammelt das Dossier KI-Regulierung.
Quellen
- Digiday, 14. September 2026; Search Engine Journal, 14. September 2026; 9to5Google, 17. September 2026 digiday.com · searchenginejournal.com · 9to5google.com
- Google, Supporting the information ecosystem, 18. Juni 2026 publicpolicy.google
- Parlamentsdienste, Leistungsschutz für Medien, 17. Juni 2026; cash.ch, März 2026 parlament.ch · cash.ch
- Horizont Schweiz, 20. Juni 2025; Netzwoche horizont.net · netzwoche.ch
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