Manhattan, New York. Hier eröffnet Ascento sein US-Büro.Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Lizenz)

Challenger · 3 min ·

Drei Monate ohne Menschenhilfe: Der Zürcher Wachroboter Ascento geht nach New York

Das ETH-Spin-off Ascento vermietet Wachroboter für Fabriken, Rechenzentren und Flughäfen. Jetzt eröffnet es ein Büro in New York. In der Schweiz arbeiten mehr Menschen für private Sicherheitsfirmen als bei der Polizei.

Skyline von Manhattan, New York

Manhattan, New York. Hier eröffnet Ascento sein US-Büro.Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (Lizenz)

Kurz gesagt: Das Zürcher ETH-Spin-off Ascento eröffnet ein Büro in New York. Die USA sind laut Firma ihr am schnellsten wachsender Markt. Ascento vermietet autonome Wachroboter für grosse Areale wie Fabriken, Rechenzentren und Flughäfen. Im September wuchs das Geschäft um 22 Prozent gegenüber dem Vormonat, die Produktion steigt auf über vier Roboter pro Woche. Ein Roboter der heutigen Flotte braucht im Schnitt alle drei Monate einen menschlichen Eingriff. Ascento hat rund 25 Mitarbeitende und finanziert das Wachstum mit Umsatz, Investorengeld und einer Kreditlinie der UBS.

Nachts auf einem Fabrikgelände fährt eine Maschine auf zwei Rädern Patrouille. Sie meldet, was nicht ins Bild passt, etwa Menschen, wo keine sein sollten. Einen Menschen braucht sie im Schnitt alle drei Monate. So weit ist der Wachroboter von Ascento, gebaut in Zürich.

Jetzt geht er nach Amerika. Ascento eröffnet ein Büro in New York und hat den ersten Mitarbeiter für das US-Geschäft eingestellt, meldet Startupticker. Die USA seien der am schnellsten wachsende Markt.

Was macht Ascento?

Ascento entwickelt den Ascento Guard, einen autonomen Sicherheitsroboter für grosse Areale im Freien: Fabriken, Rechenzentren, Energieanlagen, Logistikzentren, Pharmastandorte. Kundinnen kaufen den Roboter nicht, sie mieten ihn samt Software und Betrieb. Fachleute nennen das Robotics as a Service.

Die Firma stammt aus der ETH Zürich. Der erste Ascento war ein Studentenprojekt am Autonomous Systems Lab, ein zweirädriger Roboter, der springen konnte. Wie viele Robotikfirmen aus denselben Labors kommen, zeigt unsere Geschichte über die Zürcher Robotikszene. 2023 sammelte Ascento in einer ersten Runde 4,3 Millionen Dollar, angeführt von Wingman Ventures und Founderful.

Wie schnell wächst Ascento?

Im September 2026 wuchs das Geschäft um 22 Prozent gegenüber dem August. Es war der Monat mit den meisten neu eingesetzten Robotern. Die Produktion steigt auf über vier Roboter pro Woche. Ascento ist in der Schweiz, Frankreich, Dänemark, Österreich und den Benelux-Ländern tätig, in Deutschland unter anderem am Flughafen Hamburg und am Flughafen Frankfurt, dazu am Flughafen Lüttich.

Rund 25 Personen arbeiten für die Firma. Eine neue Finanzierungsrunde nennt die Meldung nicht. Ascento bezahlt das Wachstum aus dem Umsatz, aus früherem Investorengeld und mit einer Kreditlinie der UBS.

Wie zuverlässig ist ein Wachroboter?

Die Kennzahl der Branche ist die Zeit zwischen zwei menschlichen Eingriffen. Bei der heutigen Flotte von Ascento sind es im Schnitt drei Monate. Die nächste Generation schafft in Tests mehr als das Fünffache, schreibt die Firma. Ob Roboter sich rechnen, ist eine andere Frage. Ein neuer Index zeigt, wie gross die Lücke zwischen dem technisch Möglichen und dem Rentablen ist, mehr dazu hier.

Grafik: In der Schweiz arbeiten über 23 000 Personen für private Sicherheitsfirmen und knapp 20 000 bei der Polizei
Quelle: SRF/VSSU. Grafik: Leitgrad

Warum ist das für die Schweiz interessant?

Weil Bewachung ein Personalgeschäft ist. Private Sicherheitsfirmen beschäftigen in der Schweiz über 23 000 Angestellte, mehr als die knapp 20 000 Polizistinnen und Polizisten, berichtete SRF mit Zahlen des Branchenverbands VSSU. Nachtschichten auf abgelegenen Arealen sind schwer zu besetzen. Ein Roboter, der Routinerunden übernimmt, verschiebt die Arbeit der Wachleute hin zur Kontrolle am Bildschirm und zum Einsatz vor Ort.

Für den Standort ist Ascento ein typischer Fall: entwickelt in Zürich, das Wachstum im Ausland. Warum das bei Schweizer Tech-Firmen häufig so läuft, steht in unserer Analyse zu den ETH-Spin-offs. Den Überblick über die Branche gibt das Dossier Robotik.

Häufige Fragen

Was kostet ein Sicherheitsroboter?

In der aktuellen Mitteilung nennt Ascento keine Preise. Die Roboter werden vermietet, der Preis hängt von Areal, Einsatzzeit und Dienstleistungen ab.

Ersetzt ein Wachroboter das Sicherheitspersonal?

Nein. Er fährt Patrouillen und meldet Auffälligkeiten. Eingreifen, Polizei rufen und Personen ansprechen bleibt Sache von Menschen, die den Roboter aus der Ferne überwachen.

Darf ein Wachroboter in der Schweiz filmen?

Auf dem eigenen Firmengelände ja, wenn Personen über die Videoüberwachung informiert werden. Wer Menschen erkennbar filmt, bearbeitet Personendaten und muss das Datenschutzgesetz einhalten, schreibt der EDÖB.

Quellen

  1. Startupticker, 8. Oktober 2026 startupticker.ch
  2. SRF, Der Boom privater Sicherheitsfirmen, 25. Januar 2023 srf.ch
  3. EDÖB, Videoüberwachung durch Private edoeb.admin.ch

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