Foto: Tony Webster, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Briefing · 6 min ·

Frankenkurs Oktober 2026: Schwach zum Dollar, Wende beim Euro

Ein Dollar kostet wieder 83 Rappen, der höchste Stand seit Mai 2025. Zum Euro wird der Franken dagegen stärker. Die Kurse, die Gründe und was das für Schweizer KMU heisst.

Schweizer Franken Banknoten, im Vordergrund eine 50-Franken-Note

Foto: Tony Webster, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Kurz gesagt: Am 5. Oktober 2026 kostet ein Dollar 0,831 Franken. Anfang Oktober stand er so hoch wie seit Mai 2025 nicht mehr. Seit Anfang Juni ist der Dollar rund 6 Prozent teurer geworden. Der Hauptgrund ist die Zinslücke. Die US-Notenbank liegt seit September bei 3,75 bis 4 Prozent, die Schweizerische Nationalbank bei 0 Prozent. Zum Euro hat der Franken dagegen gedreht. Ein Euro kostet 0,931 Franken, fast 2 Prozent weniger als am 30. September. Anleger suchen Schutz vor den Risiken der französischen Staatsschulden. Mittelfristig erwarten Fachleute wieder einen stärkeren Franken.

Der Franken ist nicht mehr so stark wie im Frühling. Gegenüber dem Dollar verliert er seit Anfang Juni an Wert, schreibt Blick. Gegenüber dem Euro hat sich das Bild letzte Woche gedreht. Für Schweizer KMU heisst das: Geschäfte in Dollar bringen mehr Franken ein, Geschäfte in Euro wieder weniger.

Der Dollar kostet wieder 83 Rappen: plus 6 Prozent vom 1. Juni bis 5. Oktober 2026, von 0,7838 auf 0,8310 Franken
Quelle: EZB-Referenzkurse, eigene Berechnung. Grafik: Leitgrad

Die Grafik zeigt den Kern der Bewegung. Am 1. Juni kostete ein Dollar 0,7838 Franken, am 5. Oktober 0,8310 Franken. Das sind 6 Prozent in vier Monaten. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 4,8 Prozent.

Für eine Firma mit Kunden in den USA macht das einen spürbaren Unterschied. Eine Rechnung über 1 Million Dollar war am 1. Juni 783 800 Franken wert. Am 5. Oktober sind es 831 000 Franken. Das sind 47 200 Franken mehr, ohne dass die Firma einen Preis ändern musste.

Wie viel kostet ein Dollar und ein Euro in Franken?

Die Europäische Zentralbank veröffentlicht jeden Werktag Referenzkurse. Am 5. Oktober 2026 kostet ein Euro 0,9311 Franken und 1,1204 Dollar, zeigen die Referenzkurse der EZB. Daraus ergibt sich ein Dollarkurs von 0,8310 Franken. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Stände des Jahres.

Datum 1 Dollar in Franken 1 Euro in Franken Was passiert ist
2. Januar 2026 0,7931 0,9296 Jahresbeginn
10. Februar 2026 0,7670 0,9123 Tiefster Dollarkurs des Jahres
9. März 2026 0,7796 0,9008 Tiefster Eurokurs des Jahres, Franken am stärksten
1. Juni 2026 0,7838 0,9128 Beginn der Frankenschwäche
30. September 2026 0,8347 0,9478 Höchster Eurokurs des Jahres
1. Oktober 2026 0,8353 0,9437 Höchster Dollarkurs des Jahres
2. Oktober 2026 0,8266 0,9279 Euro fällt in zwei Tagen um 2,1 Prozent
5. Oktober 2026 0,8310 0,9311 Aktueller Stand

Der Dollarkurs ist aus den Euro-Referenzkursen der EZB berechnet. Banken und Wechselstuben verlangen im Alltag einen Aufschlag.

Warum verliert der Franken gegenüber dem Dollar?

Wegen der Zinsen. Die US-Notenbank hat im September den Leitzins erstmals seit Juli 2023 erhöht, auf 3,75 bis 4 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank hat ihren Leitzins am 24. September bei 0 Prozent belassen, meldet die SNB. Zwischen den beiden Notenbanken liegen damit fast vier Prozentpunkte. Wie diese Lücke wirkt, haben wir in Fed 4 Prozent, SNB 0: Die Zinslücke ist der stille Exportturbo beschrieben.

Wer Geld anlegt, bekommt in Dollar Zinsen und in Franken fast nichts. Das Kapital fliesst deshalb in die USA. Zuletzt sind auch die Renditen amerikanischer Staatsanleihen gestiegen, berichtet finanzen.ch. Selbst schwache Arbeitsmarktzahlen aus den USA bremsten den Dollar am 2. Oktober nur für Stunden, wie ein Devisenbericht der AWP zeigt.

Warum wird der Franken gegenüber dem Euro wieder stärker?

Wegen Frankreich. Seit Juni hatte der Euro gegenüber dem Franken stetig zugelegt, bis auf 0,9478 Franken am 30. September. Dann stiegen die Risikoaufschläge auf französische Staatsanleihen. Innert zwei Tagen fiel der Euro auf 0,9279 Franken. Die Zürcher Privatbank EFG sieht darin vor allem die Sorge um die Tragfähigkeit der französischen Staatsfinanzen, schreibt Blick.

Die Genfer Privatbank UBP nennt den Franken ein Barometer für die politischen und fiskalischen Risiken in der Eurozone. Sie vergleicht die Lage mit der Schuldenkrise von 2010 bis 2012 und erwartet bis zur französischen Präsidentschaftswahl 2027 weitere Unruhe, berichtet finanzen.ch. Welche geopolitischen Risiken Schweizer Firmen sonst beschäftigen, sammelt unser Dossier Schweizer Firmen und Geopolitik.

Wird der Franken wieder stärker?

Mittelfristig ja, sagen die meisten Fachleute. Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank, rät, den Franken nicht abzuschreiben. Niemand halte Franken wegen der Zinsen, sagt er im Blick. Entscheidend sei die tiefere Inflation in der Schweiz. Wo Preise langsamer steigen, gewinnt die Währung mit der Zeit an Wert.

Die Zahlen stützen das. Die Teuerung in der Schweiz lag im September bei 1,0 Prozent, so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, meldet die Bilanz mit Verweis auf das Bundesamt für Statistik. Die SNB rechnet für 2026 mit 0,7 Prozent und für 2027 mit 0,8 Prozent. UBP erwartet einen Euro bei 0,94 Franken im Dezember 2026 und bei 0,92 Franken im Juni 2027.

Die SNB ist bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen. Ihren nächsten Zinsentscheid gibt sie am 10. Dezember 2026 bekannt.

Was bedeutet der Frankenkurs für Schweizer KMU?

Es kommt auf die Währung an. Wer in die USA liefert, profitiert vom teureren Dollar. Wer in Dollar einkauft, zahlt mehr. Das gilt vor allem für Energie und Rohstoffe, die meist in Dollar gehandelt werden. Der schwächere Franken treibt deshalb die Preise, sagt die Luzerner Kantonalbank laut finanzen.ch. Zweitrundeneffekte seien bisher aber gering.

Beim Euro gilt das Gegenteil. Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt der Schweiz. Wird der Franken zum Euro wieder stärker, schrumpfen die Margen der Exporteure. Wie empfindlich einzelne Branchen sind, zeigt unser Beitrag Der Bund hebt die Prognose an. Die Medtech rechnet mit null. Viele KMU sichern sich deshalb mit Devisentermingeschäften ab oder kaufen dort ein, wo sie auch verkaufen. So gleichen sich Einnahmen und Ausgaben in derselben Währung aus.

Häufige Fragen

Wie viel ist ein Dollar in Franken?

Am 5. Oktober 2026 kostet ein Dollar 0,8310 Franken, berechnet aus den Referenzkursen der EZB. Anfang Oktober erreichte er den höchsten Stand seit Mai 2025. Anfang Juni waren es noch 0,7838 Franken.

Wie viel ist ein Euro in Franken?

Am 5. Oktober 2026 kostet ein Euro 0,9311 Franken. Das Jahreshoch lag am 30. September bei 0,9478 Franken, das Jahrestief am 9. März bei 0,9008 Franken.

Warum ist der Franken gerade schwach?

Gegenüber dem Dollar wegen der Zinslücke. Die US-Notenbank liegt bei 3,75 bis 4 Prozent, die SNB bei 0 Prozent. Kapital fliesst dorthin, wo es Zinsen gibt. Gegenüber dem Euro ist der Franken seit Ende September wieder stärker geworden.

Wird der Franken 2027 wieder stärker?

Viele Fachleute erwarten das. Die Inflation ist in der Schweiz tiefer als in den USA und in der Eurozone, das stützt den Franken. Die Privatbank UBP rechnet für Juni 2027 mit einem Euro bei 0,92 Franken. Prognosen für Wechselkurse sind allerdings unsicher.

Wann entscheidet die SNB das nächste Mal über den Leitzins?

Am 10. Dezember 2026. Am 24. September 2026 hat sie den Leitzins bei 0 Prozent belassen.

Greift die SNB am Devisenmarkt ein?

Die SNB hält fest, dass sie bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv wird, um angemessene monetäre Bedingungen zu gewährleisten. Zahlen zu aktuellen Käufen oder Verkäufen veröffentlicht sie erst im Nachhinein.

Quellen

  1. Europäische Zentralbank, Euro-Referenzkurse 2026, abgerufen am 5. Oktober 2026 ecb.europa.eu
  2. Schweizerische Nationalbank, Geldpolitische Lagebeurteilung, 24. September 2026 swiss-press.com · snb.ch
  3. Blick, Franken schwächelt: Mittelfristig wird der Kurs wieder steigen, 5. Oktober 2026 blick.ch
  4. finanzen.ch/AWP, Devisenberichte vom 2. und 5. Oktober 2026 2. Oktober · 5. Oktober
  5. Bilanz, Inflation klettert im September auf 1 Prozent, Oktober 2026 bilanz.ch

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