Dossier Schweizer Firmen und Geopolitik: Russland, USA, EU und China
Zölle, Sanktionen, Fremdverwaltung: wo Schweizer Firmen betroffen sind und wie sie reagieren, laufend nachgeführt.

Schweizer Firmen verdienen ihr Geld zum grössten Teil im Ausland. Deshalb treffen sie Entscheidungen in Washington, Moskau, Brüssel und Peking direkt: Zölle, Sanktionen, Enteignungen und Handelsabkommen. Neutralität schützt dabei keine Fabrik.
Dieses Dossier zeigt, welche Schweizer Firmen wo betroffen sind und wie sie reagieren. Es wächst mit jeder Meldung zu Russland, den USA, der EU und China.
Die wichtigsten Zahlen
- rund zwei Dutzend Schweizer Firmen sind laut der Universität Yale noch aktiv in Russland (SRF, September 2026).
- 6 Fabriken, rund 7000 Beschäftigte: das Russland-Geschäft von Nestlé, seit dem 17. September 2026 unter Fremdverwaltung (Moneycab).
- 1,2 Milliarden Euro Verlust verbuchte Danone, nachdem Russland 2023 sein Geschäft unter Verwaltung gestellt hatte (Interfax).
- 8,5 Milliarden Franken russische Vermögen sind in der Schweiz gesperrt (Leitgrad, September 2026).
Neu im Dossier
5. Oktober 2026. Gegen das Freihandelsabkommen der Efta mit Malaysia sind 85 000 Unterschriften eingereicht, nötig sind 50 000, meldet SRF. Abgestimmt wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027. Das Abkommen streicht die Zölle für 99,9 Prozent der Schweizer Industrieexporte nach Malaysia. Umstritten sind die Zollsenkungen für Palmöl, das weniger als ein Prozent der Importe aus Malaysia ausmacht. Das Abkommen mit Indonesien kam 2021 mit 51,65 Prozent Ja knapp durch.
30. September 2026. Nestlé prüft seine Möglichkeiten in Russland, nachdem ein Dekret von Wladimir Putin zwei Tochtergesellschaften unter Fremdverwaltung gestellt hat. Das Seco ist besorgt. Unsere Meldung: Der Kreml verwaltet Nestlés Russland-Geschäft.
25. September 2026. SRF ordnet die Schweizer Firmen in Russland nach ihrem Verhalten. Ems, Liebherr und Zepter arbeiten weiter wie vor dem Krieg. Nestlé, Barry Callebaut, Novartis, Roche und Alcon halten das Kerngeschäft. ABB, Holcim und Zurich sind gegangen.
Grundlagen zum Nachlesen
- US-Zölle: Wer verlagert, wer bleibt
- 8,5 Milliarden liegen gesperrt
- Mercosur und das Bauernpaket über 517 Millionen
- Die USA, die EU-Busse gegen X und das Schweizer Plattformgesetz
Was wir beobachten
- Ob Nestlé die Kontrolle zurückerhält, verkauft oder abschreibt, und ob weitere Schweizer Firmen unter Verwaltung kommen.
- Wie Schweizer Industriefirmen ihre Produktion zwischen Europa und den USA verteilen.
- Wie Bern zwischen Neutralität, Sanktionen und dem Schutz von Schweizer Eigentum im Ausland abwägt.
Alle Beiträge im Dossier
- 6. Oktober 2026 Palmöl-Referendum: Der Malaysia-Deal kommt vors Volk. Gestritten wird um ein Prozent des Handels85 000 Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen mit Malaysia. Für 99,9 Prozent der Schweizer Industrieexporte fielen die Zölle. Palmöl macht weniger als ein Prozent der…
- 29. September 2026 Die USA stellen sich vor Gericht hinter X. Die Schweiz hat ihr Plattformgesetz verschobenBrüssel hat X mit 120 Millionen Euro gebüsst, Washington tritt dem Verfahren bei. Zwei der drei Vorwürfe stehen auch im Schweizer Entwurf. Den hat…
- 16. September 2026 517 Millionen fürs Bauern-Ja, 480 davon muss der Bauer zurückzahlenDer Ständerat stimmte dem Mercosur-Abkommen zu und legte der Landwirtschaft 517 Millionen dazu, der grösste Teil davon als Darlehen. Am Mittwoch zog der Nationalrat…
- 14. September 2026 8,5 Milliarden liegen gesperrt. Was bei einem Ja damit geschieht, steht nirgends.In dreizehn Tagen stimmt die Schweiz über die Neutralitätsinitiative ab. Gesperrt sind 8,5 Milliarden Franken. Was bei einem Ja mit ihnen geschähe, beantworten die…
- 12. September 2026 Die grosse Verlagerung blieb aus: Vier Schweizer Industriefirmen, vier Antworten auf denselben ZollIm August 2025 warnte Swissmem vor einer Verlagerungswelle. Ein Jahr später zeigen die Mitteilungen der Unternehmen selbst: Bühler nutzte bestehende Werke, Sensirion entschied sich…
Quellen
- SRF, Der Fall Nestlé, 25. September 2026 srf.ch
- Moneycab, 28. September 2026 moneycab.com
- Interfax, Danone, 25. März 2024 interfax.com
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