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Unternehmer des Jahres: Thomas Taroni baut die KI-Cloud, die in der Schweiz bleibt
Thomas Taroni von der Schwyzer Firma Phoeniqs ist EY Entrepreneur Of The Year 2026. Seine KI- und Cloud-Infrastruktur hält die Daten in der Schweiz, die Bewertung lag laut «Bilanz» bei 1,2 Milliarden Franken. Was KMU daraus lernen.

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Kurz gesagt: Thomas Taroni, Gründer und Chef der Schwyzer Firma Phoeniqs, ist EY Entrepreneur Of The Year 2026 in der Kategorie «Visionary Entrepreneurs». Phoeniqs betreibt KI- und Cloud-Infrastruktur, bei der die Daten in der Schweiz bleiben, und zählt Banken, Spitäler und Verwaltungen zu den Kunden. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde die Firma laut «Bilanz» mit 1,2 Milliarden Franken bewertet. Für KMU steckt darin eine einfache Lehre: Wo die eigenen Daten liegen und wer darauf zugreifen darf, ist zum Kaufargument geworden.
Wer heute ein KI-Werkzeug im Betrieb einsetzt, schickt seine Daten meist in ein Rechenzentrum eines amerikanischen Konzerns. Für viele Betriebe ist das kein Problem. Für eine Bank, ein Spital oder eine Kantonsverwaltung schon. Genau für diese Kundschaft hat Thomas Taroni eine Infrastruktur gebaut, die nicht ins Ausland muss.
Am Freitag, 23. Oktober, wurden im Kongresshaus Zürich die Gewinner des Entrepreneur Of The Year 2026 ausgezeichnet. Taroni gewann in der Kategorie «Visionary Entrepreneurs». Die Jury lobte laut EY seinen Pioniergeist, seine Risikobereitschaft und seine klare Vision. Nominiert waren laut finews 70 Unternehmerinnen und Unternehmer aus 57 Firmen. Ins Finale kamen laut EY 13 Persönlichkeiten aus neun Firmen. Die anderen beiden Preise gingen an Daniela Marino von der Zürcher Biotechfirma Cutiss und an Pascal Bourquard Jr vom jurassischen Familienunternehmen Biwi.

Eine Cloud, die in der Schweiz bleibt
Phoeniqs baut und betreibt Cloud- und KI-Infrastruktur für Firmen mit strengen Anforderungen an den Datenschutz, vor allem Banken und andere Finanzdienstleister. Die Firma lässt offene KI-Sprachmodelle auf eigener Infrastruktur in der Schweiz laufen und verarbeitet die Anfragen im Inland. Laut eigenen Angaben kontrolliert Phoeniqs den ganzen Stapel, von der Hardware über das Betriebssystem bis zur Cloud und zur KI-Plattform.
Laut «Bilanz» betreibt die Firma sechs Rechenzentren in der Schweiz. Zu den Kunden zählen mehrere Schweizer Banken und Spitäler, der Kanton Basel-Landschaft und die Staatskanzlei Basel-Stadt.

192 Grafikprozessoren in Arlesheim
Im Juni nahm Phoeniqs auf dem Innovationscampus uptownBasel in Arlesheim einen KI-Supercomputer in Betrieb. Er arbeitet laut Firma mit 192 Grafikprozessoren vom Typ Nvidia H100 und hat rund 3 Megawatt für den KI-Betrieb zur Verfügung. Die Abwärme der Rechner, rund 50 Grad warm, fliesst als Heisswasser ins regionale Fernwärmenetz von Primeo Wärme.
Schon im September 2025 hatte die Phoenix Technologies AG, die Gesellschaft hinter der Marke Phoeniqs, angekündigt, Apertus zu betreiben. Das ist das offene Schweizer Sprachmodell, das ETH Zürich, EPFL und das Nationale Hochleistungsrechenzentrum CSCS entwickelt haben. Taroni nannte das damals «eine Erklärung der digitalen Unabhängigkeit der Schweiz» (übersetzt aus dem Englischen).
Gross geworden ohne grosse Investoren
Gegründet wurde die Firma laut «Bilanz» vor rund zwölf Jahren. Die drei Gründer Thomas Taroni, Carla Bünger und Angel Nuñez halten zusammen 80 Prozent. Gewachsen ist Phoeniqs laut finews vor allem aus dem laufenden Geschäft und mit einzelnen Investoren. Jetzt bereitet die Firma mit zwei Investmentbanken ihre erste strukturierte Kapitalrunde vor.
«Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Infrastruktur», sagte Mitgründerin Carla Bünger der «Bilanz». Die Nachfrage habe sich mit der Verbreitung generativer KI stark beschleunigt, sagte sie finews.

Vertrieb über einen grossen Partner
Statt alle Kunden selbst zu gewinnen, setzt Phoeniqs auf Partner. Im Mai kündigte Sunrise an, Geschäftskunden KI-Lösungen anzubieten, die vollständig in der Schweiz laufen, mit Phoeniqs als Infrastruktur dahinter. Angesprochen sind laut cash.ch Grossfirmen, die öffentliche Hand und auch kleinere und mittlere Unternehmen. Im Oktober folgte eine Zusammenarbeit mit German Edge Cloud, damit internationale Industriefirmen ihre Produktionsdaten und KI-Anwendungen in der Schweiz verarbeiten können. «Europa muss bei KI nicht nur Anwender, sondern auch technologischer Gestalter sein», sagte Taroni dazu.
Auch ins Ausland zieht es die Firma. Laut finews hat Phoeniqs bereits eine Tochter in Spanien gegründet. Weitere Chancen sieht die Firma vor allem in Deutschland und im Nahen Osten.
Was KMU daraus mitnehmen
Die meisten KMU werden keine eigene Cloud bauen. Aber Taronis Erfolg zeigt, worauf Kunden heute achten. Drei Punkte lassen sich auf jede Firma übertragen.
Souveränität wird zum Kaufargument. Banken, Spitäler und Verwaltungen wollen wissen, wo ihre Daten liegen und welches Recht gilt. Wer Daten seiner Kunden verarbeitet, wird diese Frage bald auch hören.
Abhängigkeit kostet. Laut «Bilanz» hatte der Softwarekonzern VMware in diesem Markt lange fast ein Monopol, untersteht dem amerikanischen Cloud Act und hat seine Preise in drei Jahren verdreifacht. Wer seine IT so aufstellt, dass ein Wechsel möglich bleibt, verhandelt besser.
Reichweite kann man leihen. Phoeniqs gewinnt Kunden über Sunrise, statt einen grossen eigenen Vertrieb aufzubauen. Für ein spezialisiertes KMU kann ein starker Partner mehr bringen als eine eigene Verkaufsabteilung.

Zum Mitnehmen
- Unternehmer des Jahres. Thomas Taroni von Phoeniqs gewinnt den EY Entrepreneur Of The Year 2026 in der Kategorie «Visionary Entrepreneurs».
- Daten bleiben im Land. Phoeniqs betreibt KI und Cloud in der Schweiz, für Banken, Spitäler und Verwaltungen.
- Ein Einhorn aus Schwyz. Laut «Bilanz» lag die Bewertung zuletzt bei 1,2 Milliarden Franken.
- Erst wachsen, dann Kapital. Die erste strukturierte Finanzierungsrunde kommt erst jetzt.
- Für KMU: den eigenen IT-Anbieter fragen, wo die Daten liegen, welches Recht gilt und wie ein Wechsel gelingt.
Häufige Fragen
Wer ist EY Entrepreneur Of The Year 2026?
EY hat am 23. Oktober 2026 drei Gewinner ausgezeichnet: Thomas Taroni (Phoeniqs) in der Kategorie «Visionary Entrepreneurs», Daniela Marino (Cutiss) bei den «Scale-up Leaders» und Pascal Bourquard Jr (Biwi) bei den Familienunternehmen.
Was macht Phoeniqs?
Phoeniqs aus Schwyz baut und betreibt Cloud- und KI-Infrastruktur in der Schweiz, vor allem für Banken, Spitäler und Verwaltungen. Die Daten werden im Inland verarbeitet. Hinter der Marke steht die Phoenix Technologies AG mit Sitz in Pfäffikon SZ.
Was bedeutet souveräne Cloud für ein KMU?
Dass Daten in einem bestimmten Land gespeichert und verarbeitet werden und dort dem Recht unterstehen. Für KMU ist das vor allem wichtig, wenn sie sensible Daten von Kunden, Patientinnen oder Mitarbeitenden verarbeiten.
Quellen
- finews.ch, «Schweizer KI-Unternehmer erhält Auszeichnung von EY», 26. Oktober 2026 finews.ch
- EY Schweiz, Entrepreneur Of The Year 2026, Finalisten ey.com
- EY Schweiz, «EY Entrepreneur Of The Year 2026: The finalists have been confirmed», 27. August 2026 ey.com
- Bilanz, Marc Kowalsky, Beitrag zu Phoeniqs, 24. Juni 2026 bilanz.ch
- Phoeniqs, «Switzerland’s most powerful commercial AI supercomputer goes live at uptownBasel», 17. Juni 2026 phoeniqs.com
- Phoenix Technologies, Medienmitteilung zu Apertus, 5. September 2025 phoeniqs.com
- AWP via cash.ch, «Sunrise geht Partnerschaft mit Schweizer KI-Anbieter Phoeniqs ein», 11. Mai 2026 cash.ch
- Moneycab, «PHOENIQS bringt ausländische industrielle Daten und KI-Anwendungen auf Schweizer Infrastruktur», 20. Oktober 2026 moneycab.com
- Phoeniqs, Impressum, abgerufen am 29. Oktober 2026 phoeniqs.com
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