Was verdient ein Geschäftsführer in der Schweiz? Lohn nach Branche, Region und Firmengrösse
481 000 Franken verdient ein Schweizer Geschäftsführer im Median. Ein SMI-Chef das Siebzehnfache. Die Zahlen nach Branche, Region und Firmengrösse.

Kurz beantwortet
Eine einzige Zahl gibt es nicht. Laut der Kadersalärstudie 2025 von Kienbaum und Handelszeitung verdient der Vorsitzende einer Geschäftsführung in der Schweiz im Median 481 000 Franken im Jahr. Ein Alleingeschäftsführer kommt auf 371 000 Franken, jeweils inklusive Bonus. Die Studie stützt sich auf über 20 000 Positionen aus fast 1000 Firmen. Den grössten Unterschied macht die Branche. Laut Bundesamt für Statistik beginnt die Lohnspitze des oberen Kaders in Banken bei 59 332 Franken im Monat, in der Gastronomie bei 9960 Franken. Bei Inhabern kommt zum Lohn oft die Dividende dazu.
Über Geld spricht man in der Schweiz nicht. Über Chefsaläre schon gar nicht. Dabei liegen die Zahlen offen, vom Gastrobetrieb bis zum SMI-Konzern, wo ein CEO im Schnitt 8,44 Millionen Franken verdient. Wir haben sie zusammengetragen.
| Wer | Lohn pro Jahr | Quelle |
|---|---|---|
| Vorsitz der Geschäftsführung | 481 000 Fr. (Median) | Kienbaum 2025 |
| Mitglied der Geschäftsleitung | 380 000 Fr. (Median) | Kienbaum 2025 |
| Alleingeschäftsführung | 371 000 Fr. (Median) | Kienbaum 2025 |
| CEO eines SMI-Konzerns | 8,44 Mio. Fr. (Durchschnitt) | Ethos, Geschäftsjahr 2025 |
| Alle Beschäftigten | rund 84 000 Fr. (Median) | BFS, 2024 |
Kienbaum rechnet mit der Gesamtdirektvergütung, also Grundlohn und Bonus. Den BFS-Median haben wir vom Monatslohn auf das Jahr hochgerechnet.
Was die offizielle Statistik zeigt
Das Bundesamt für Statistik erhebt die Löhne alle zwei Jahre. Die neuste Lohnstrukturerhebung stammt von 2024 und wurde im November 2025 veröffentlicht. Der Medianlohn für eine Vollzeitstelle liegt bei 7024 Franken im Monat. Die Hälfte verdient mehr, die andere Hälfte weniger.
Einen eigenen Wert für Geschäftsführer weist das BFS in seiner Übersicht nicht aus. Es zeigt aber, wie stark Verantwortung den Lohn hebt. Wer eine Hochschule abgeschlossen hat und eine Stelle mit hoher Verantwortung besetzt, verdient im Median 14 409 Franken. Mit gleichem Abschluss ohne Kaderfunktion sind es 8645 Franken.
Auch zwischen den Geschlechtern bleibt eine Lücke. Bei Stellen mit hoher Verantwortung verdienen Männer im Median 11 715 Franken, Frauen 10 077 Franken. Das sind 14 Prozent weniger.
Bank: 59 332 Franken. Restaurant: 9960.
Ab diesem Monatslohn gehört man zu den bestbezahlten 10 Prozent des oberen Kaders. Bruttolohn 2024 nach Branche, in Franken.

Die Grafik zeigt die Spitze, nicht den Durchschnitt. Das BFS nennt diese Gruppe Topmanager: die 10 Prozent des oberen Kaders, die am meisten verdienen. Der Balken markiert die Schwelle, ab der man dazugehört.
Die Unterschiede sind enorm. In einer Bank beginnt die Spitze bei 59 332 Franken im Monat, also über 700 000 Franken im Jahr. In der Gastronomie liegt sie bei 9960 Franken, rund 120 000 Franken im Jahr. Über alle Branchen sind es 24 000 Franken im Monat.
Für einen Geschäftsführer im KMU heisst das: Der Vergleich mit Konzernchefs führt in die Irre. Wer ein Restaurant, eine Schreinerei oder ein Treuhandbüro führt, misst sich an seiner Branche. Wie weit ein guter Lohn in Zürich reicht, zeigt unser Text über Lohn und Miete in Zürich.
Nach Region
Auch der Ort zählt. Über alle Beschäftigten liegt der Medianlohn in der Region Zürich bei 7502 Franken im Monat. In der Nordwestschweiz sind es 7156, in der Zentralschweiz 7092 und in der Genferseeregion 6998 Franken. Die Ostschweiz kommt auf 6623 Franken, das Tessin auf 5708 Franken.
Diese Werte gelten für alle Beschäftigten, nicht nur für Chefs. Sie zeigen aber das Lohnniveau, an dem sich auch Kaderlöhne ausrichten. Im Tessin liegt der Median rund 24 Prozent unter jenem von Zürich.
Nach Firmengrösse
Hier wird es dünn. Eine öffentliche Statistik, die Geschäftsführerlöhne nach Firmengrösse zeigt, gibt es in der Schweiz nicht. Kienbaum hält fest, dass die Kaderlöhne mit der Zahl der Mitarbeitenden deutlich steigen. Genaue Werte für Geschäftsführer kleiner Firmen liefert die publizierte Zusammenfassung aber nicht. Wer seinen Lohn einordnen will, kommt mit dem Lohnrechner des BFS weiter, dazu unten mehr.
Am oberen Ende stehen die Konzerne. Die CEOs der 20 SMI-Firmen verdienten 2025 laut der Stiftung Ethos im Durchschnitt 8,44 Millionen Franken. Das ist rund 17-mal so viel wie der Median eines Vorsitzenden der Geschäftsführung bei Kienbaum. Den höchsten Lohn erhielt der Chef von Partners Group mit knapp 16 Millionen, den tiefsten jener von Swisscom mit 2,2 Millionen.
Inhaber: Lohn, Dividende und Firmenwert
Für angestellte Chefs ist der Lohn die ganze Rechnung. Für Inhaber einer AG oder GmbH nicht. Ihr Einkommen besteht aus bis zu vier Teilen: Lohn, Dividende, Beiträge an die Pensionskasse und dem Wert der Firma, der mit einbehaltenen Gewinnen wächst.
Wie Lohn und Dividende verteilt werden, ist weitgehend frei. Die AHV akzeptiert laut ihrer Wegleitung über den massgebenden Lohn in der Regel die Aufteilung, die Firma und Steuerbehörde festlegen. Sie greift erst bei einem offensichtlichen Missverhältnis ein, etwa wenn der Lohn für die Branche unüblich tief und die Dividende klar übersetzt ist. Laut BDO gilt eine Ausschüttung ab 10 Prozent des Steuerwerts der Aktien als möglicherweise übersetzt.
Der Anreiz zur Dividende ist klar. Auf den Lohn fallen AHV-Beiträge an, auf die Dividende nicht. Zudem wird die Dividende bei einer Beteiligung ab 10 Prozent beim Bund nur zu 70 Prozent besteuert, in den Kantonen zu mindestens 50 Prozent. Der Preis dafür: Eine Dividende baut keine Rente auf. In der Pensionskasse lassen sich 2026 höchstens 907 200 Franken Jahreslohn versichern, so die Masszahlen des Bundesamts für Sozialversicherungen.
Wer die vier Teile verwechselt, schätzt seine Lage falsch ein. Viele Inhaber zahlen sich wenig Lohn aus und lassen den Gewinn in der Firma. Ihr Vermögen steckt dann fast ganz im eigenen Betrieb. Beim Verkauf muss es ein Käufer bezahlen. Wie das bei einer Übergabe an das Kader funktioniert, erklärt unser Beitrag Was ist ein Management-Buy-out? Welche Wege es sonst gibt, zeigt unser Vergleich der drei Nachfolgewege.
So finden Sie einen angemessenen Lohn
- Branche zuerst. Vergleichen Sie mit Ihrer Branche, nicht mit Konzernen. Die BFS-Zahlen nach Branche sind der ehrlichste Massstab.
- Rechner nutzen. Der Lohnrechner Salarium des BFS schätzt Löhne nach Region, Branche, Beruf, Alter und Ausbildung.
- Verantwortung einrechnen. Zahl der Mitarbeitenden, Umsatz und Haftung gehören in den Vergleich. Wer Führung nur teilweise braucht, findet im Beitrag über den Fractional COO eine Alternative zur Vollzeitstelle.
- AHV-Tauglichkeit prüfen. Ein zu tiefer Lohn neben hoher Dividende kann bei der Ausgleichskasse Fragen auslösen.
- Vorsorge mitdenken. Ein tiefer Lohn heisst tiefe Rente und tiefe Taggelder bei Krankheit.
Wo diese Zahlen an Grenzen stossen
Die Studien messen Unterschiedliches. Kienbaum nennt Mediane der Gesamtvergütung aus einer Stichprobe von Firmen. Das BFS zeigt standardisierte Monatslöhne und bei den Topmanagern eine Schwelle, keinen Durchschnitt. Ethos rechnet mit Durchschnitten weniger Grosskonzerne. Die Zahlen zeigen Grössenordnungen, keine Lohnempfehlung für den Einzelfall.
Häufige Fragen
Was verdient ein CEO eines KMU in der Schweiz?
Eine amtliche Zahl gibt es nicht. Die Löhne hängen stark von Branche, Grösse und Region ab. Laut Kienbaum steigen Kaderlöhne mit der Firmengrösse. In kleinen Firmen liegen sie deshalb oft unter den Medianen von 371 000 bis 481 000 Franken.
Wie viel verdient ein Geschäftsführer einer GmbH?
Das hängt weniger von der Rechtsform ab als von Branche und Grösse. Ist der Geschäftsführer zugleich Inhaber, bestimmt er seinen Lohn weitgehend selbst. Er muss aber für AHV und Steuern angemessen sein.
Was verdienen die Chefs der SMI-Konzerne?
Im Durchschnitt 8,44 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2025, laut Ethos. Acht CEOs erhielten mehr als 10 Millionen Franken.
Lohn oder Dividende: was lohnt sich mehr?
Kurzfristig oft die Dividende, weil keine AHV-Beiträge anfallen und sie tiefer besteuert wird. Langfristig fehlt das Geld in der Vorsorge. Die richtige Mischung hängt vom Einzelfall ab und gehört mit einer Treuhänderin besprochen.
Ein Geschäftsführer ist in der Statistik ein Titel. In der Wirklichkeit ist es ein Lohn, eine Haftung und bei Inhabern ein Vermögen, das in der eigenen Firma steckt. Wer nur den Lohn vergleicht, vergleicht den kleinsten Teil.
Methode
Stand: 7. Oktober 2026. Die BFS-Werte sind standardisierte Bruttomonatslöhne für eine Vollzeitstelle, inklusive eines Zwölftels des 13. Monatslohns und der Boni. Jahreswerte haben wir mit zwölf multipliziert. Die Kienbaum-Werte sind Mediane der Gesamtdirektvergütung aus der Studie 2025. Der Ethos-Wert ist der Durchschnitt der Vergütungen der SMI-CEOs für 2025 aus der Ethos-Tabelle. In einer Mitteilung nennt Ethos 8,8 Millionen Franken, berechnet nach anderer Methode. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Vorsorgeberatung.
Quellen
- Bundesamt für Statistik, Lohnstrukturerhebung 2024, Medienmitteilung und Präsentation vom 25. November 2025 Mitteilung · Präsentation
- Kienbaum und Handelszeitung, Kadersalärstudie 2025, 26. Juni 2025 kienbaum.com · Blick
- Ethos, Vergütungen SMI 2025 und Bericht zur Generalversammlungssaison 2026, 23. Juni 2026 ethosfund.ch · SRF
- Bundesamt für Sozialversicherungen, Wegleitung über den massgebenden Lohn, Stand 2026; Masszahlen 2025/2026 Wegleitung · Masszahlen
- BDO, Lohn oder Dividende: was es zu beachten gilt, 13. Juni 2025; Kanton Aargau, Merkblatt Dividendenentlastung bdo.ch · ag.ch
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