Rothornhütte SAC, Zermatt. Symbolbild. Foto: Whgler, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Briefing · 4 min ·

Starlink sucht Gastgeber, die Internet weiterverkaufen. Für Berghütten könnte das ein Geschäft sein

Starlink will Internet stunden- und wochenweise verkaufen, über Gastgeber mit eigener Antenne. Was das in der Schweiz kostet, was das Gesetz sagt und für wen es sich lohnt.

Rothornhütte SAC ob Zermatt mit Triftgletscher

Rothornhütte SAC, Zermatt. Symbolbild. Foto: Whgler, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Kurz gesagt: Starlink will Internet künftig auch stunden-, tage- und wochenweise verkaufen. Anbieten sollen den Zugang sogenannte Community Hosts: Wer eine Starlink-Antenne betreibt, teilt die Verbindung und verdient an jedem verkauften Pass. Starlink übernimmt Zahlung und Zugang. Preise, Umsatzanteil und Länderliste sind noch offen, ob die Schweiz dabei ist, ist unklar. Interessant wäre das Modell für Orte mit schwachem Netz, etwa Berghütten, Campingplätze und Alpbetriebe.

Auf der Glärnischhütte hat der Hüttenwart genug gehabt. «Das bisherige Internet war zum Mäusemelken», sagte Fridli Riegg der Südostschweiz. Die Hütte ist auf Starlink umgestiegen. Bald könnte Riegg mit seiner Antenne sogar Geld verdienen.

Starlink sucht weltweit Gastgeber, die ihre Verbindung weiterverkaufen. Das berichtet PCMag. Der Werbesatz von Starlink lautet: Ein Kit versorgt mehrere Nutzer in der Nähe. Die Nachbarn kaufen flexible Pässe für eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Und der Gastgeber verdient an jeder Verbindung.

Was ist das Starlink Community Program?

Ein Gastgeber stellt Antenne und WLAN bereit. Starlink kümmert sich um Zahlung, Zugang und Verbindung. Stunden-, Tages- und Wochenpässe gelten für ein Gerät, der Monatspass für bis zu vier Geräte während 30 Tagen, schreibt Telecompetitor. Wer mehr Gäste versorgen will, kann weitere Router oder Antennen aufstellen.

Bewerben kann sich laut Starlink jeder, genannt werden Hausbesitzer, Firmeninhaber und lokale Unternehmer. Bewerbungen kommen aus Dutzenden Ländern, etwa aus den USA, Mexiko und Kanada. Was ein Pass kostet und wie viel beim Gastgeber bleibt, hat Starlink noch nicht verraten. Das Geschäft dahinter ist gross: Im zweiten Quartal 2026 zählte Starlink 12 Millionen zahlende Abos.

Was kostet Starlink in der Schweiz?

Für Haushalte kostet Starlink zwischen 35 und 70 Franken im Monat, je nach Tempo. Dazu kommen 10 Franken Miete für die Hardware. Für unterwegs gibt es das Abo Roam. Die Preise stammen von Moneyland, Stand Juli 2026. Starlink ändert sie oft. Wie viele Schweizer Starlink nutzen, gibt die Firma nicht bekannt.

Abo Leistung Preis pro Monat
Residential 100 Mbit/s CHF 35
Residential 200 Mbit/s CHF 50
Residential 400 Mbit/s CHF 70
Roam 100 GB CHF 45
Roam unlimitiert CHF 90

Wo fehlt in der Schweiz schnelles Internet?

Dort, wo wenige Menschen wohnen. Swisscom erreicht mit 5G knapp 90 Prozent der Bevölkerung, aber nur 74 Prozent der Fläche. Das zeigt eine Messung von nPerf, über die IT Reseller berichtet. Sunrise und Salt liegen tiefer.

Rund 26 Prozent der Schweizer Landesfläche haben kein 5G von Swisscom, bei der Bevölkerung liegt die Abdeckung bei 89 Prozent.
Quelle: nPerf, via IT Reseller. Grafik: Leitgrad

Die Grafik zeigt die Lücke: Auf rund einem Viertel der Landesfläche gibt es kein 5G von Swisscom. Die Lücken liegen vor allem in den Bergen. Mit 4G deckt Swisscom 96 Prozent der Fläche ab, für Kartenzahlung und E-Mails reicht das meist. Für Videocalls und Gäste mit vielen Geräten oft nicht.

Genau dort verdienen Berghütten, Campingplätze und Alpbetriebe ihr Geld. Der SAC betreibt 152 Hütten. 2025 zählte er 409 000 Übernachtungen, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr, meldet die Bilanz. Wer dort WLAN anbietet, hat Gäste, die dafür zahlen würden.

Dürfen Schweizer Firmen Internetzugang weiterverkaufen?

Wahrscheinlich ja, ohne grossen Papierkram. Seit der Revision des Fernmeldegesetzes vom 1. Januar 2021 müssen sich nur noch Anbieter beim BAKOM melden, die konzessionierte Funkfrequenzen oder zugeteilte Nummern nutzen, erklärt MLL. Ein Gast-WLAN gehört nicht dazu. Das BAKOM hat das für dieses Modell aber nicht bestätigt.

Offen ist eine zweite Frage. Kommerzielle Anbieter müssen ihre Nutzer unter Umständen identifizieren, nach dem Gesetz zur Überwachung des Fernmeldeverkehrs, schreibt WEKA. Weil Starlink Zahlung und Zugang abwickelt, dürfte die Pflicht eher bei Starlink liegen. Wer Gastgeber werden will, sollte das vorher mit einer Fachperson klären.

Für wen lohnt sich das?

Unsere Einschätzung: Für Hütten, Campingplätze, Festivals und Baustellen auf dem Land kann es ein Zusatzverdienst werden. Im Mittelland dagegen hat fast jeder Gast ein gutes Handynetz. Reich wird mit Pässen niemand. Aber eine Antenne, die sich selbst bezahlt, wäre für viele kleine Betriebe schon ein Gewinn.

Für Elon Musk ist es ein weiterer Schritt in die Fläche. Wie seine Raketen die Schweizer Raumfahrt verändern, steht in diesem Beitrag zu Starship. Wie Europa mit seiner Plattform X ringt, lesen Sie hier. Und dass sogar Google Rechenzentren ins All schicken will, zeigt unser Bericht zu Suncatcher.

Häufige Fragen

Kann ich in der Schweiz Starlink Community Host werden?

Bewerben kann man sich über starlink.com/community-host. Ob die Schweiz zu den ersten Ländern gehört und wie viel der Gastgeber verdient, hat Starlink noch nicht veröffentlicht (Stand 2. Oktober 2026).

Brauche ich eine BAKOM-Registrierung, um WLAN-Zugang zu verkaufen?

Wahrscheinlich nicht. Seit 2021 müssen sich nur noch Anbieter mit konzessionierten Frequenzen oder zugeteilten Nummern registrieren. Datenschutz und eine mögliche Pflicht zur Identifikation der Nutzer sollten im Einzelfall geprüft werden.

Was kostet Starlink in der Schweiz?

Für Haushalte 35 bis 70 Franken im Monat plus 10 Franken Hardwaremiete. Das Abo Roam kostet 45 Franken für 100 GB oder 90 Franken unlimitiert (Stand Juli 2026).

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