Simon Michel, CEO Ypsomed und Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Start-ups. Foto: Simonmichel77 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Macht · 3 min ·

Bern hat wieder eine Startup-Lobby. Vorne sitzt der Chef von Ypsomed

Elf Parlamentarier aus sieben Parteien wollen Gründern das Wachsen erleichtern. Den Vorsitz teilen sich Ypsomed-Chef Simon Michel und Ständerätin Tiana Moser.

Simon Michel, CEO der Ypsomed-Gruppe und FDP-Nationalrat

Simon Michel, CEO Ypsomed und Co-Präsident der Parlamentarischen Gruppe Start-ups. Foto: Simonmichel77 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Kurz gesagt: Im Bundeshaus gibt es wieder eine aktive Lobby für Gründer. Die Parlamentarische Gruppe Start-ups und Unternehmertum hat sich neu aufgestellt: elf Parlamentarier aus sieben Parteien, Co-Präsidium bei Ypsomed-Chef Simon Michel (FDP) und Ständerätin Tiana Moser (GLP), Sekretariat bei der Swiss Startup Association. Auf der Liste stehen Steuerregeln für Mitarbeiterbeteiligungen, Sozialversicherung für Gründer und Innovationszonen. Das sind die Punkte, an denen Schweizer Startups am häufigsten hängen bleiben, wenn sie wachsen wollen.

Startups haben in Bern keine Lobby, sagte die damalige Nationalrätin Judith Bellaiche 2020 zur Bilanz, als sie die Gruppe mitgründete. Sechs Jahre später bekommt die Gruppe ein neues Gesicht. Und es ist ausgerechnet das eines Konzernchefs.

Wer sitzt in der neuen Startup-Gruppe?

Das Co-Präsidium teilen sich Nationalrat Simon Michel (FDP), Chef des Burgdorfer Medtech-Konzerns Ypsomed, und Ständerätin Tiana Moser (GLP). Zum Kern gehören neun weitere Parlamentarier, meldet Startupticker: Estelle Revaz und Islam Alijaj (SP), Markus Schnyder und Lars Guggisberg (SVP), Dominik Blunschy (Mitte), Franziska Ryser (Grüne), Niklaus-Samuel Gugger (EVP), Simone Gianini (FDP) und Céline Weber (GLP). Das Sekretariat führt die Swiss Startup Association.

Piktogramm: elf Parlamentarier aus sieben Parteien in der Parlamentarischen Gruppe Start-ups und Unternehmertum
Quelle: Startupticker. Grafik: Leitgrad

Die Grafik zeigt die Breite: Von der SP bis zur SVP ist jede grosse Fraktion dabei. Das ist kein Zufall. Gründerthemen wie Mitarbeiteraktien oder Vorsorge für Selbständige lassen sich im Parlament nur mit Mehrheiten über die Lager hinweg ändern.

Was will die Gruppe erreichen?

Fünf Punkte stehen oben auf der Liste: einfachere Steuerregeln für Mitarbeiterbeteiligungen, besserer Sozialversicherungsschutz für Gründer, mehr Forschung, die zu Firmen wird, Innovationszonen und technologiefreundliche Regeln. «Gründer wissen, wo die Hindernisse liegen», sagt Raphael Tobler, Präsident der Swiss Startup Association, gemäss Startupticker. Die Gruppe solle diese Hindernisse in die Politik tragen.

Unsere Einschätzung: Das Gründen ist in der Schweiz nicht das Problem. In einer Umfrage von Stripe gaben Schweizer Gründer dem Umgang mit Behörden die Note 8,2 von 10, wie wir berichtet haben. Schwierig wird es danach: beim Wachsen, beim Halten guter Leute mit Aktien, beim Kapital. Genau dort setzt die Liste an. Dass ein Konzernchef vorsitzt, kann helfen. Michel führt einen Konzern, der aus einem Familienbetrieb gewachsen ist, und er kennt die Kommissionen.

Wem die Sitze in den Wirtschaftsverbänden gehören, zeigt unsere Machtkarte zu Economiesuisse. Warum Schweizer Startups zu selten zu Scale-ups werden, steht in unserem Überblick zu den Herausforderern.

Häufige Fragen

Wer leitet die Parlamentarische Gruppe Start-ups und Unternehmertum?

Nationalrat Simon Michel (FDP), CEO von Ypsomed, und Ständerätin Tiana Moser (GLP). Das Sekretariat liegt bei der Swiss Startup Association.

Was fordert die Startup-Lobby im Parlament?

Einfachere Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen, besseren Sozialversicherungsschutz für Gründer, Förderung der Kommerzialisierung von Forschung, Innovationszonen und technologiefreundliche Regulierung.

Seit wann gibt es die Gruppe?

Seit 2020, damals unter Judith Bellaiche (GLP) und Andri Silberschmidt (FDP). 2026 wurde sie mit neuem Präsidium und neuem Sekretariat neu lanciert.

Quellen

  1. Startupticker, A stronger voice for Swiss startups in Bern, Oktober 2026 startupticker.ch
  2. Bilanz, Neue Lobby für Start-ups, 2. März 2020 bilanz.ch

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