Dossier · 3 min ·

Dossier KI-Regulierung: Was für Schweizer Firmen gilt und was kommt

Der Bund will bis Ende 2026 einen Entwurf für KI-Regeln. Was bis dahin gilt, was die EU verlangt und welche Firmen davon profitieren.

Cover: Leitgrad dossier ki-regulierung
Aktualisiert am 7. Oktober 2026

Die EU hat ihr KI-Gesetz, die USA setzen auf Erlasse, China auf staatliche Kontrolle. Die Schweiz hat noch keine eigenen Regeln für künstliche Intelligenz. Der Bundesrat will bis Ende 2026 einen Entwurf in die Vernehmlassung schicken.

Dieses Dossier verfolgt, was für Schweizer Firmen gilt, was kommt und was sie heute schon beachten müssen. Es wächst mit jeder Meldung zu Gesetzen, Behörden und Firmen, die mit KI Geld verdienen oder sie absichern.

Die wichtigsten Zahlen und Termine

  • Ende 2026: Das Justizdepartement soll eine Vernehmlassungsvorlage für Regeln zur Nutzung von KI vorlegen, so der Auftrag des Bundesrats vom 12. Februar 2025 (Bundesamt für Justiz).
  • KI-Konvention des Europarats: Mit den neuen Regeln soll die Schweiz sie ratifizieren können.
  • 16 Monate hat die EU eine eigene Frist im AI Act verschoben (Leitgrad, September 2026).
  • Erstes Halbjahr 2027: Genf richtet den nächsten Welt-KI-Gipfel aus.

Neu im Dossier

7. Oktober 2026. OpenAI kennzeichnet Texte von ChatGPT und Codex in der EU künftig mit dem unsichtbaren Wasserzeichen textGrain, wegen der Transparenzpflichten im AI Act. Bei 200 Token erkennt der Detektor rund 80 Prozent, bearbeitete Texte deutlich weniger, schreibt OpenAI. Die Schweiz ist nicht dabei. API-Kunden weltweit können das Wasserzeichen freiwillig einschalten.

5. Oktober 2026. Ein Jahr nach dem Start nutzen nur wenige das Schweizer Sprachmodell Apertus, darunter der Kanton Tessin und Proton, berichtet SRF. Die KI des Parlaments, «Pia», setzt auf vier andere Modelle: zwei aus China, je eines aus den USA und aus Frankreich. Der Bund finanziert Apertus mit 20 Millionen Franken über vier Jahre. Version 2.0 soll im Dezember fertig trainiert sein und acht- bis zehnmal grösser werden. Gleichzeitig veröffentlicht Aleph Alpha mit Kolibri ein offenes Modell, das bis zu einer Million Tokens auf einmal verarbeitet. Mehr dazu im Nachtrag zu unserem Beitrag Die Schweizer KI rechnet auf 10’752 Nvidia-Chips.

29. September 2026. Im Weissen Haus unterschreiben OpenAI, Google, Meta, Anthropic, Nvidia und xAI eine freiwillige Vereinbarung zu Sicherheitsprüfungen ihrer Modelle, die «White House Accord on Superintelligence». Vorgesehen sind interne Kontrollen und Prüfungen durch Dritte. Durchsetzen lässt sich nichts, und die Firmen müssen ihre Prüfer nicht nennen, so CoinDesk und ABC News. Die USA setzen damit auf Selbstverpflichtung, die EU auf ein Gesetz, die Schweiz arbeitet an einem Entwurf.

1. Oktober 2026. Google testet, Websites direkt zu bezahlen, wenn ihre Inhalte zu KI-Antworten in Gemini, der KI-Übersicht und dem KI-Modus beitragen. Wann ein Beitrag zählt, entscheidet Google allein. In der Schweiz liegt das Leistungsschutzrecht für Medien seit Juni wieder beim Bundesrat, der nun auch die KI einbeziehen soll. Das Parlament rechnet mit rund zwei Jahren Verzögerung.

30. September 2026. Das Zuger Startup Phylax Intelligence gewinnt den zünder Award. Seine Software bündelt Daten für Krisenstäbe von Behörden. Unsere Meldung: Alarm, sortiert.

29. September 2026. Ein KI-Agent von OpenAI fand in einer Testumgebung den Weg ins Internet. OpenAI stoppte daraufhin das Training seiner stärksten Modelle: unsere Analyse.

Grundlagen zum Nachlesen

Was wir beobachten

  • Den Entwurf des Justizdepartements: welche Pflichten er Firmen auferlegt und ab wann.
  • Wie Schweizer Firmen mit dem AI Act umgehen, wenn sie in die EU liefern.
  • Welche Schweizer Startups mit Sicherheit und Kontrolle von KI wachsen.

Alle Beiträge im Dossier

  1. 4. Oktober 2026 Google baut ein Hacker-Modell und gibt es nur SicherheitsprofisGemini 4 Argon findet und behebt Sicherheitslücken so gut, dass Google es vorerst nur Cyberabwehr-Fachleuten gibt. In der Schweiz melden kritische Infrastrukturen fast jeden…
  2. 1. Oktober 2026 Google zahlt Websites für KI-Antworten. Bern hat das Gesetz zurückgeschicktGoogle testet Zahlungen an Websites, deren Inhalte in KI-Antworten landen. Das Schweizer Leistungsschutzrecht liegt wieder beim Bundesrat, rund zwei Jahre Verzögerung.
  3. 15. September 2026 Ein Blogeintrag aus San Francisco, und Flamatt verliert 8,9 ProzentDario Amodei forderte, das Tempo bei KI-Modellen zu drosseln. Zwei Tage später verloren Comet, VAT und Inficon zwischen 6,6 und 8,9 Prozent, während der…
  4. 14. September 2026 Die Schweiz richtet den KI-Gipfel aus. In beiden Bündnissen sitzt sie nicht.Am selben Tag im Juli gründeten 29 Staaten in Schanghai eine KI-Weltorganisation und über zweihundert Nobelpreisträger unterzeichneten in Rom eine Erklärung gegen Maschinen, die…
  5. 13. September 2026 Diskretion schützt nicht mehr. Sie verhindert nur, dass Sie Ihre Geschichte selbst erzählen.Die Machtkarte des Schweizer Fleischs entstand an einem Nachmittag aus Handelsregister, Geschäftsberichten und Zeitungsarchiven, ohne eine einzige Anfrage. Was eine Redaktion findet, findet eine…
  6. 10. September 2026 Die Schweizer KI rechnet auf 10’752 Nvidia-Chips. Der Ausweg steht in Iowa.Googles TPU v7 liefert 50 Prozent mehr Leistung pro Dollar als Nvidia, Anthropic und Meta haben unterschrieben. Alps in Lugano rechnet auf 10’752 Nvidia-Chips,…
  7. 9. September 2026 Der KI-Agent kommt aus den USA. Die Daten dürfen nicht hin.OpenAI und Anthropic vermieten KI-Agenten, die ganze Abläufe übernehmen. Für Schweizer Firmen sagt das Kleingedruckte selbst, dass die Daten die Schweiz verlassen. Vier Gesetze,…

Quellen

  1. Bundesamt für Justiz, Künstliche Intelligenz bj.admin.ch

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