Revolut hat bestätigt, dass Unbefugte über eine echte Behörden-E-Mail-Domain Kundendaten erhielten: Ausweiskopien, Verifizierungsfotos, Transaktionshistorien. Gehackt wurde nichts. Warum dasselbe in der Schweiz schwerer wäre, und was das für eine Million Schweizer Revolut-Kunden bedeutet.
Shopify war jahrelang der lauteste Verfechter von React Native. Am 9. September widerrief der Konzern die Entscheidung von 2020, weil KI-Agenten die Annahme zerstört haben, zwei Codebasen kosteten doppelt so viel. In der Schweiz läuft die Bewegung in beide Richtungen.
Der Kopf denkt alleine. Er muss nur in die richtige Richtung gelenkt werden, mit den Fragen, die man sich selbst stellt. Ein Beispiel mit Grönland.
13. September 2026
Bruce-Boye · Die Kolumne
Florian Bruce-Boye Physiker, Spiegel-Bestsellerautor, Host von «Der Bitcoin Podcast» und Co-Founder von Schwarzberg. Kolumnist bei Leitgrad. Zum Profil
Auf Instagram kursiert, die Dating-App Grindr habe die Fitness-Rennserie Hyrox übernommen. Das stimmt nicht. Gekauft hat ein Konsortium um L Catterton, verkauft hat die Zuger Infront Sports & Media, die mehrheitlich der chinesischen Wanda Group gehört.
Sam Altman hat den Börsengang von OpenAI für 2026 abgesagt und begründet das mit der Sicherheit seiner eigenen Modelle. Ein Datum für später nennt er nicht. Warum das der Schweizer KI-Strategie in die Hände spielt und welche Zürcher Firmen daran anschliessen.
Der mittlere Haushaltstarif fällt 2027 um vier Prozent. Möglich macht das allein der Energietarif. Der Netztarif steigt, und genau er hat laut Swissmem den Strompreis für stromintensive Schweizer Industriebetriebe seit 2015 verdoppelt.
Im August 2025 warnte Swissmem vor einer Verlagerungswelle. Ein Jahr später zeigen die Mitteilungen der Unternehmen selbst: Bühler nutzte bestehende Werke, Sensirion entschied sich ausdrücklich dagegen, Fraisa überwälzte den Zoll. 6600 Stellen gingen trotzdem verloren, aber nicht durch Verlagerung.
Am 10. September flossen 4,8 Milliarden Dollar Risikokapital, 93 Prozent davon an drei US-Firmen. Am selben Abend gewann das EPFL-Spin-off Corintis zum zweiten Mal in Folge den Top100 Swiss Startup Award. Die Firma hat seit 2022 insgesamt 58 Millionen Dollar aufgenommen und kühlt die Chips, die das grosse Geld kauft.
The Boring Company ist nach der Runde vom 10. September 23 Milliarden Dollar wert. Die Schweiz hatte den Gütertunnel früher geplant, mit eigenem Bundesgesetz und den Aktionären, die hier die Paletten bewegen. Seit einem Jahr sind die Arbeiten am Sachplan ausgesetzt. Der Unterschied ist nicht die Idee, es ist das Kapital.
Die US-Legal-KI Harvey hat am 9. September 550 Millionen Dollar aufgenommen und ist damit 15,5 Milliarden Dollar wert. Das Zürcher ETH-Spin-off DeepJudge kommt auf rund 300 Millionen und ist seit Mai 2026 offizieller Partner von Harvey. Wer wen braucht, misst die Bewertung nicht.
Der US-Konzern will 580 von 730 Stellen in Winterthur streichen. Übrig bleiben 150. Der Standort war einmal Centerpulse, die Medizinsparte von Sulzer, die Zimmer 2003 für rund 4,5 Milliarden Franken kaufte, und der grösste europäische Standort des Konzerns.
Sechs Betreiber publizieren Kapazitätszahlen für ihre Schweizer Rechenzentren: zusammen 260,7 Megawatt, davon 259 in ausländischem Eigentum. Seit dem Verkauf von Green an australische Pensionskassen im Herbst 2025 ist der letzte grosse Schweizer Anbieter weg. Gleichzeitig verbrauchen die Anlagen 2,08 Terawattstunden Strom im Jahr, 77 Prozent dessen, was die Stadt Zürich braucht.
Synhelion, ein ETH-Spin-off, hat in Marokko eine Absichtserklärung für die weltweit grösste Anlage für solare Treibstoffe unterschrieben: 100'000 Tonnen im Jahr. In Betrieb ist bisher eine Anlage in Jülich mit «einigen tausend Litern». Die Schweiz muss ab 2030 rund 22'300 Tonnen synthetisches Kerosin beimischen und liefert Forschung, Kapital und Abnahmeverträge, aber keine Tonnen.
Meta hat Muse lanciert, Google bucht seit Ende August Hotels im KI-Modus. Metas Agent bucht Hotels, indem er Expedia bedient wie ein Mensch. Die Kommission bleibt, der Gast rückt eine Ebene weiter weg. Was Schweizer Hotels und Reisebüros jetzt tun können.
Cognition nahm am 8. September über zwei Milliarden Dollar auf, Harvey einen Tag später 550 Millionen. Alle Schweizer Startups zusammen erhielten im ersten Halbjahr 1,245 Milliarden Franken. Warum das Gefälle nicht der Punkt ist und was die Struktur darunter zeigt.
Am 11. September werden die Meldepflichten des EU Cyber Resilience Act anwendbar: 24 Stunden für jeden Hersteller eines vernetzten Produkts mit EU-Absatz, ohne Umsatzschwelle, auch für Produkte von 2019. Der Vergleich mit der Schweizer Meldepflicht und was heute noch zu tun ist.
Ein Schwyzer Unternehmer überwies im Januar mehrere Millionen nach Asien, weil die Stimme am Telefon die seines Geschäftspartners war. Drei Sekunden Audio reichen für den Klon. Die Zahlen des BACS, die Fälle, die Rechtslage und was ohne Budget funktioniert.
Googles TPU v7 liefert 50 Prozent mehr Leistung pro Dollar als Nvidia, Anthropic und Meta haben unterschrieben. Alps in Lugano rechnet auf 10’752 Nvidia-Chips, Swisscom und Microsoft ebenso. Und Googles Zürcher Cloud-Region hat keine TPUs. Wer den Lieferanten wechselt, wechselt den Rechtsraum.
OpenAI und Anthropic vermieten KI-Agenten, die ganze Abläufe übernehmen. Für Schweizer Firmen sagt das Kleingedruckte selbst, dass die Daten die Schweiz verlassen. Vier Gesetze, eine Resolution und 57 Prozent besorgte KMU.
XPeng eröffnet die Fabrik, Unitree ist 66 Milliarden wert, 97 Prozent der Humanoiden kommen aus China. Die schwierigste Komponente, die Hand, baut ein ETH-Spin-off mit 25 Leuten. Wer in Zürich, Sachseln und im Jura am Roboterboom verdient.